24 Stunden

von Ann Harrington

Autor: Ann Harrington

E-mail: NGMA607@aol.com

Homepage: http://members.aol.com/ngma607/index.htm

Übersetzung: Bastet-X, Bastet-X@gmx.de

Kategorie: Action [D]

Rating: PG 13

Spoiler: komplette 2. Staffel bis „Clockwork Nebari“

Inhalt: Was wäre wenn John Crichton auf die Erde zurückkäme?

Anmerkung: eventuelle Ungenauigkeiten der Übersetzung oder Rechtschreibfehler gehen wie immer zu Lasten des Übersetzers. 😉

Disclaimer: Farscape is owned by The Jim Henson company, Hallmark Entertainment, Nine Network Australia and the Sci-Fi Channel. They own all rights to characters mentioned within this story. I have merely borrowed these characters to play with, and promise to return them in good working order.

Internationale Raumstation Friendship, 23 Uhr EST, Ereigniszeitpunkt minus 0.05

„IASA Contol, hier ist die Friendship-Station, wir melden Suchprogramm Charly vierzig-zwo abgeschlossen. Die Ergebnisse sehen gut aus, sie bekommen das ganze Packet mit der nächsten Datentransmission. Ich beginne mit der Umschaltung auf die nächste Reihe des Suchprogramms, und erwarte die vollständige Kalibrierung und den Start der Suche um null einhundert Uhr,“ sagte Missionsspezialist Tony Santini.

„Friendship-Station, wir haben verstanden. Gute Arbeit, Tony, sie liegen fast acht Stunden vor dem Zeitplan. Machen sie weiter so und sie werden früh zu hause sein.“ Sagte Angela Porter.

Angela war eine Freundin aus ihrer gemeinsamen Zeit als Astronautenanwärter im Training. Als solche würde sie Teil des Teams sein, welches das seine beim nächsten Wechsel ersetzte. Aber bis dahin waren noch Monate Zeit, und inzwischen teilten sie und der Rest ihres Teams ihre Zeit zwischen Trainingsübungen und der Übernahme von Schichten bei der Raumstationskontrolle auf.

„Keine Sorge, es gibt für euch immer noch im Überfluss ‚nicht erforschte Objekte’ zu finden, wenn ihr erstmal hier seid,“ antwortete Tony Santini. „Friendship Ende.“

Er stellte das Funkgerät ab, und nutzte seinen rechten Fuß, um sich von der Kommstation abzustoßen. Langsam trieb er durch das Abteil. Als er an der Monitorkonsole ankam, fing er mit der Leichtigkeit langer Übung den Haltegriff mit der linken Hand und brachte sich langsam zum Stehen.

Seine Augen schweiften über die Anzeigenschirme. Alle Indikatoren standen auf grün, was bedeutete, dass die Funktionen der Station innerhalb akzeptabler Betriebsparameter lagen. Er berührte den Monitorschirm der Teleskopanlage mit seiner freien Hand, rief das Statusmenü auf und sah, dass die Neuausrichtung beinahe vollständig war. Sobald sie beendet war, würde er noch ein paar Tests zur Kalibrierung durchführen und dann die nächste Phase des Suchprogramms starten. Dann würden sie mit der Kartographierung erdnaher Objekte fortfahren.

Tony Santini hielt einen Moment inne und genoss die Friedlichkeit. Das leise Brummen der Elektronik und das Surren des Belüftungssystems waren ihm so vertraut wie sein eigener Atem. Er liebte diese stille Zeit während der Nachtwache. Jeder auf der Station schlief, außer Alexei Kirillov, der im Wissenschaftsmodul war und die Daten für die nächste Datenübermittlung verschlüsselte. Das war so nahe daran allein zu sein wie nur irgend möglich, und er freute sich immer auf die Nächte in denen er Wache hatte.

Es war nicht so, dass er den Rest der Crew nicht mochte. Andererseits hatte die vierzehnköpfige Crew für diese Mission zwei Jahre lang trainiert und war eng verbunden. Aber die Friendship-Station war noch immer ein ziemlich kleiner Ort, den vierzehn Leute mehr als ausfüllten. Auch wenn diese Station ein Vielfaches der Größe ihrer Vorgänger hatte, war sie, wenn man es genau betrachtete, nur eine kleine Ansammlung von Modulen, die die Zusammenarbeit der Crew auf engstem Raum erforderte.

Ein hoher Ton erklang, brach in seine Träumerei ein. Seine Augen wanderten noch einmal zum Statusmonitor und lasen die blinkende Botschaft. ‚Warnung, Objekt innerhalb von 50 Kilometern entdeckt.’

Seltsam. Das Radar war dafür gebaut worden eintreffende Versorgungsschiffe zu leiten und warnte auch vor Objekten, die in ihrer näheren Umgebung waren, wie zum Beispiel vor Kommunikationssatelliten. Aber es stand kein Versorgungsschiff auf dem Plan, und ihre orbitale Flugbahn sollte sie nicht nah genug an irgendeinen Satelliten bringen, dass er einen Radaralarm auslösen konnte. Und jeder Asteroid oder Raumschrott, der groß genug war um den Radaralarm auszulösen, sollte lange bevor er in einen Umkreis von 50 Kilometern kam entdeckt worden sein.

Sekunden später erklang der Ton noch einmal, dieses Mal lauter und er begann sich zu wiederholen. Seine Augen starrten ungläubig auf den Schirm. ‚Warnung, annäherndes Objekt innerhalb von 15 Kilometern entdeckt.’

Die Logik sagte ihm dass es unmöglich war, während er im selben Moment auf den Alarmknopf schlug. Wenn man die Geschwindigkeit betrachtete, mit der sich die Raumstation bewegte, war alles im Umkreis von 15 Kilometern eine ernsthafte Bedrohung.

„Was ist los?“ kam Alexei Kirollovs Stimme über das Intercom.

„Kollisionsalarm,“ berichtete er. „Das Radar hat etwas im 15 Kilometerbereich aufgefangen, aber ich konnte es noch nicht erfassen.“

„Bin auf dem Weg,“ antwortete Colonel Sarah Blackwell, der Commander der Raumstation. „Alle anderen ziehen sich an und begeben sich zu ihren Notfallstationen.“

Tonys Hände tanzten über die Radarkontrollen. Die Daten, die er sah, ergaben keinen Sinn. Wenn das ein Satellit in einer geosynchronen Umlaufbahn war, dann sollte er sie inzwischen passiert haben. Und wenn es ein Stück Raumschrott war, oder ein Asteroidenfragment, dann hätte es inzwischen längst einschlagen oder hinter ihnen wieder verschwinden müssen. Stattdessen hatte sich das Objekt verlangsamt und war nun noch null Komma sechs Kilometer von der Raumstation entfernt.

Es gab ein Knacken in der Statik und dann kam eine männliche Stimme über Funk. „Raumstation, empfangen sie mich?“

„Nicht jetzt, IASA, wie haben hier unsere eigenen Probleme,“ sagte Tony knapp.

„Raumstation, hier ist Commander John Crichton von Farscape Eins,“ sagte die Stimme. „Sie haben mich inzwischen vielleicht auf dem Radar.“

Tony blinzelte. Er fühlte eine Berührung an seiner Schulter, und sah sich zu Colonel Sarah Blackwell und Alexei Kirillov um, die ihm nun im Kommandomodul Gesellschaft leisteten.

Er drehte einen Schalter, so dass der Funk über das Intercom übertragen wurde. So wie auch auf seinem Kopfhörer.

„Könnten sie das wiederholen?“ fragte Tony.

„Raumstation, hier ist Commander John Crichton von Farscape Eins,“ sagte die Stimme. „Ich schlage vor, sie schalten ihre externen Kameras ein, und auch wenn es so aussieht, als wäre es da unten Nacht, sollten sie die Leute in Canaveral wecken.“

Er fühlte einen langsamen Ärger in sich aufsteigen. Das war wohl irgendjemandes Vorstellung von einem kranken Witz. John Crichton wurde vor über drei Jahren getötet, als der erste Farscapetest auf schreckliche Weise schief ging. Tony kannte ihn nicht persönlich, aber er verdiente etwas besseres als einen Fremden, der das Opfer, das er gebracht hatte, verspottete.

Er drehte sich um und sah seinen eigenen Ärger als Reflexion auf Colonel Blackwells Gesicht als sie sagte, „Hier ist Colonel Blackwell von der Friendship-Station. Hören sie, ich weiß nicht wer sie sind, oder wie sie auf diese Frequenz gekommen sind, aber…“

„Ganz ruhig, Mustang Sally“ sagte die Stimme und benutzte den Spitznamen, der Sarah Blackwell seit ihren Tagen als erste Frau, die einen Stealth Fighter flog anhing. „Ich weiß, das ist eine Überraschung, aber spielen sie einfach eine Minute mit.“

Tony sah hinunter auf die Statusanzeigen. „Colonel Blackwell, das Radar zeigt das Ziel jetzt innerhalb von zweihundert Metern von der Raumstation, etwa bei neun Uhr vor der vorderen Teleskopanlage,“ sagte er.

Alexei Kirillov hatte an der Kommunikationskonsole Platz genommen. „Externe Kamera ist aktiviert und auf Monitor vier.“ Sagte er.

Ihre Augen richteten sich auf den Monitor, während die Kamera das Gebiet absuchte. Eine dreieckige weiße Form erschien und wurde schnell scharf gestellt.

Tony schluckte hart.

„Verdammt will ich sein,“ hauchte Colonel Blackwell. „Crichton?“

„Ich bins, lebend und in voller Fahr, so zu sagen.“ Sagte Commander John Crichton.

Tony konnte überraschte Ausrufe vom Rest der Stationscrew hören, als ein Dutzend Stimmen versuchten gleichzeitig zu sprechen, bis Colonel Blackwell ihnen befahl still zu sein.

„Aber wie? Was ist passiert? Wo waren sie?“ fragte Colonel Blackwell.

„Erklärungen gibt’s später.“ Antwortete Commander Crichton. „Haben sie die IASA an der Strippe? Sagen sie ihnen, sie sollen die Farscape Eins Überwachungsprotokolle hochladen.“

„Ist schon geschehen,“ berichtete Alexei Kirillov. „Sie sind per Audio und Video online.“

Sie konnten sich das hektische Gedrängel gut vorstellen, das dort unten in Canaveral herrschen musste.

Colonel Blackwell stellte ihr Mikrofon ab. „Können wir das hier auch empfangen?“

„Ich speise das Audiosignal in diesen Kanal ein. Am Video arbeite ich noch.“ Sagte Alexei.

„Machen sie das,“ sagte Colonel Blackwell. Dann stellte sie ihr Mikrofon wieder an. „Okay Farscape, IASA Mission Control ist online.“

„Mission Control, hier ist Farscape Eins, empfangen sie mich?“

„Err, ah, Farscape Eins, wir empfangen sie.“ Es war das erste Mal, solange Tony sich erinnern konnte, dass Angela Porter durcheinander klang.

„Sorgen sie dafür, dass ihre Recorder laufen, denn ich werde das jetzt nur einmal sagen,“ wies Commander Crichton an.

Der Hauptmonitor flackerte und wechselte vom Bild des Farscape-Raumfahrzeuges zu einem Bild aus dem Inneren des Cockpits, und zeigte jemanden, der dem Foto von John Crichton, das in der Haupthalle des IASA-Hauptquartieres hing, recht ähnlich sah.

„Ich habe nicht viel Zeit, also ist das der Deal. Sie haben sechs Stunden um Colonel Jack Crichton und Doktor David Kroger aufzutreiben, sie in das X-44 Raumfahrzeug zu setzen und sie hier herauf zu schicken. Und dann…“

„Commander, hier ist Senior Duty Officer Mike Gerard…“ unterbrach ihn eine Stimme.

„Na toll, und jetzt seien sie still und hören sie zu. Sie stecken meinen Dad und DK in das Raumfahrzeug, schicken sie rauf und ich komme rüber und erzähle ihnen was passiert ist und wo ich gewesen bin.“

„Crichton, seien sie vernünftig,“ begann Colonel Blackwell.

Das Abbild von John Crichton schüttelte den Kopf. „Sarah, wir machen das auf meine Art oder gar nicht. Ich lande dieses Schiff nicht. Ich verhandle nicht und in zweiundzwanzig Komma sieben Erdstunden bin ich hier wieder weg und damit auch ihre Chance zu reden.“ John Crichton legte den Kopf zur Seite, und gab der Kamera den Blick auf eine zweite Person frei, die hinter ihm saß. Es war eine Frau, mit dunklem Haar und dunklen Augen.

„Erin, winke den netten Leuten von der Erde doch ein nettes Hallo zu,“ sagte er.

„Frell, jak,“ sagte die Frau mit einer Grimasse. Sie winkte nicht.

„War die Farscape nicht nur ein Einmannfahrzeug?“ fragte Tony Santini

Niemand kümmerte sich um eine Antwort für ihn.

„IASA, es wird Zeit die Protokolle für den Erstkontakt zu entstauben. Schicken sie mir meinen Dad, DK, die Flugbesatzung und suchen sie zwei ihrer eigenen Leute aus. Ist mir egal wer es ist. Das ist alles.“

Die Frau sagte etwas unverständliches.

„Richtig,“ sagte Crichton. „Jeden außer Cobb, das wars. Keine extra Touristen, keine Waffen, keine Tricks. Sieht irgend etwas komisch aus, blase ich die ganze Sache ab.“

„Commander, sie können von uns nicht erwarten, dass wir in sechs Stunden starten,“ beschwerte sich Duty Officer Gerard.

„Versuchen sie nicht mich zu verarschen. Das X-44 Raumfahrzeug ist für ein zwei Stunden Startfenster vorbereitet. Sechs Stunden sind mehr als genug, um meine Leute an Bord zu schaffen und es zu starten. Sie schicken sie hoch, so dass ich mit ihnen reden kann, und dann erzähle ich ihnen allen wo ich gewesen bin und gebe DK die Baupläne für den Hetchantrieb.“

„Hetch?“ fragte Mike Gerard.

„FTL,“ sagte Commander Crichton.

Faster than light. Schneller als das Licht. Das war der heilige Gral der Astrophysiker, für einige ein unerreichbarer Traum, für andere eine Suche, die sie mit glühender Hingabe verfolgten. Wenn Crichton wirklich den FTL-Antrieb entdeckt hatte…

„Crichton,“ sagte Colonel Blackwell und machte dabei aus seinem Namen eine Frage.

„Das ist alles,“ antwortete Crichton. „Wenn sie Fragen haben spulen sie das Band zurück. Ich werde nicht mehr sprechen bis sie mir sagen dass sie meinen Dad auf dem Weg nach Canaveral haben. In der Zwischenzeit habe ich mir schon immer mal gewünscht eines Tages auf dem Mond spazieren zu gehen und dieser Zeitpunkt ist so gut wie jeder andere.“

„Aber…“ protestierte der Duty Officer.

Das Funkgerät wurde still, als Crichton sein Mikrofon abschaltete. Alexei Kirillov stellte den Monitor wieder auf die externe Kamera um, gerade noch rechtzeitig, um ein Bild des Farscapemoduls einzufangen, das sich mit unglaublicher Geschwindigkeit entfernte.

„Haben sie das gesehen?“ fragte Tony Santini. „Nichts kann sich so schnell bewegen.“

Colonel Blackwell nickte. „Nichts von der Erde, das steht fest.“

Bayview City, in der Nähe von Homestead, Florida, Ereigniszeitpunkt +02.45

Jack Crichton erwachte vom Geräusch eines Helikopters der über ihn hinweg flog. Noch bevor er vollständig erwacht war, hatte sein Verstand die Details registriert. Ein schwerer Chopper, sehr tief fliegend. Es klang nach einer Militärmaschine, aber kein auch nur halbwegs gesunder Lotse würde einen so niedrigen Flug über bewohntem Gebiet genehmigen. Wahrscheinlich war es ein Rettungshubschrauber, der von einem Unfallort kam oder zu einem flog.

Er öffnete die Augen und drehte sich herum, um auf die Uhr zu sehen. Leuchtende grüne Ziffern zeigten an, dass es zehn vor drei morgens war. Er rollte sich herum und versuchte sich selbst davon zu überzeugen in den Schlaf zurückzukehren. Der Schlaf kam in diesen Tagen schwerer zu ihm als früher. Und dies war schon das zweite mal, dass er wach wurde. Er hatte einen komischen Telefonanruf kurz nach Mitternacht bekommen, wobei jemand nach seinem Namen fragte. Jack Crichton hatte sich vorgestellt, dann hatte der Anrufer ihm gedankt und aufgelegt. Es war die falsche Nummer, kein Zweifel, aber wenigstens war der Anrufer höflich.

Die Türklingel läutete.

Er rollte sich aus dem Bett und nahm seinen Bademantel. Er war gerade halb die Treppe hinunter, als die Türklingel erneut erklang. Er schaltete das Verandalicht ein und öffnete die Tür.

Zwei Air Force Offiziere, ein männlicher Major und ein weiblicher Lieutenant, standen auf seiner Veranda und hinter ihnen auf der Straße stand ein Polizeiwagen.

Jack Crichton schluckte hart. Es gab nur einen Grund weshalb das Militär Leute als persönliche Boten schickte, anstatt einfach anzurufen. Und doch ergab das keinen Sinn. Sein Sohn John war seit über drei Jahren tot. Er öffnete die Gittertür und trat hinaus auf die Veranda, in die warme Floridanacht.

„Sind sie Colonel Crichton? Colonel John Crichton?“ fragte der Major, der auch der ältere der beiden war.

„Ich bin Colonel Jack Crichton, im Ruhestand.“

Der Major, auf dessen Namensschild Adams stand, zog ein Photo aus der Tasche und verglich es mit dem Bild des Mannes, der vor ihm stand. Dann nickte er.

„Colonel, ich bitte sie sich anzuziehen und mit uns zu kommen. Umgehend.“ Sagte Major Adams.

Der Lieutenant zog ein kleines Funkgerät hervor und sprach hinein. „Wir haben ihn,“ sagte sie.

„Worum geht es?“ fragte er. Es war irgendwie unwirklich, und er war versucht sich selbst zu kneifen um zu sehen ob er immernoch schlief und träumte. Es war über ein Jahrzehnt her, dass er von der Air Force in den Ruhestand versetzt wurde, und mehr als zwei Jahre seit er sich von der IASA zurückgezogen hatte. Was konnten sie also von ihm wollen?

„Darüber bin ich nicht informiert worden,“ sagte Major Adams. „Alles was ich ihnen sagen kann ist, dass wir einen Hubschrauber haben, der auf sie wartet. Der Hubschrauber wird sie zum Flughafen bringen, und von da aus reisen sie weiter nach Canaveral.“

„Canaveral?“

„Sir, wir haben nicht viel Zeit,“ sagte der Lieutenant.

„Natürlich,“ antwortete er. Er hatte genug Zeit beim Militär verbracht um zu verstehen dass es eine Zeit zum Fragen stellen gab und eine Zeit wo alles was ein Mann tun konnte salutieren und Befehlen gehorchen war, und er war schließlich immernoch Amerikaner.

„Kommen sie herein,“ sagte er und hielt ihnen die Tür auf.

Er ging die Treppe hinauf, wobei er immer zwei Stufen auf einmal nahm. Während er sich anzog, ging er im Geist mehr als ein Dutzend Möglichkeiten durch, eine unglaublicher als die nächste. Aber je mehr er darüber nachdachte, desto weniger Sinn ergab es. Er war ein Astronaut der Apollo-Ära, der zur IASA als Missionsberater gekommen war, in erster Linie damit er auf diese Weise in Johns Nähe bleiben konnte. Er war noch immer ein teuflisch guter Pilot, aber es waren mehr als zwanzig Jahre seit seinem letzten Shuttleflug vergangen und er besaß keine besonderen Fähigkeiten oder Expertenwissen, das ihnen bei irgendeinem Notfall nützen könnte.

Und falls etwas mit DK passiert war, dann hätten sie seine Familie informiert und nicht Jack Crichton. Außerdem fand der nächste Farscapetest nicht vor Ablauf der nächsten vier Monate statt.

Er hoffte, dass es nicht zu lange dauerte, bis sich jemand dazu durchrang ihm zu erzählen was zum Henker hier eigentlich vorging.

Er griff sich Uhr und Brieftasche von der Garderobe, stopfte die Brieftasche in die hintere Tasche und streifte seine Uhr über. Er ging zum Wandschrank und griff nach einer kleinen Reisetasche, die immer fertig gepackt da stand. Es war eine Gewohnheit, die noch aus seinen Tagen bei der Air Force stammte.

Weniger als fünf Minuten nachdem er sie verlassen hatte, kam er die Treppe wieder herunter.

„Lassen sie uns gehen,“ sagte er.

Er und Major Adams stiegen hinten im Polizeiwagen ein, während der Lieutenant vorn einstieg. Als sie losfuhren sprach sie wieder in das kleine Funkgerät, und erzählte jemandem, dass ihre geschätzte Ankunftszeit bei zwei Minuten lag.

Sie fuhren durch die Straßen der Vorstadt. Seine Augenbrauen hoben sich vor Überraschung, als sie auf einen kleinen Park in der Nachbarschaft zuhielten und dann sah er die Blitzlichter von zwei Polizeifahrzeugen.

In der Mitte des Fußballfeldes stand ein schwarzer Kampfhubschrauber der Army, dessen Rotoren sich langsam drehten, während die Polizisten die kleine Menge neugieriger Schaulustiger fernhielten.

Jack Crichton holte tief Luft, und fühlte einen plötzlichen Adrenalinstoß. Was auch immer hier passierte, dem Militär lag wirklich ernsthaft daran keine Zeit zu verschwenden.

Der Wagen fuhr auf den Rasen, vorbei an den Polizisten, und hielt dann kurz vor dem Hubschrauber. Jack Crichton folgte Major Adams hinüber zu dem Hubschrauber.

„Bis hierher habe ich sie begleitet,“ sagte Major Adams. Er streckte die Hand aus. „Viel Glück für sie, Sir.“

Jack Crichton schüttelte seine Hand. „Danke, vielleicht brauche ich es.“

Ein Sergeant, der die Uniform der Nationalgarde trug sprang aus dem Hubschrauber als sie ihn erreichten. „Ich werde das nehmen, Sir,“ sagte er und griff nach der Reisetasche. „Steigen sie ein.“

Jack Crichton stieg in den Hubschrauber, und nahm auf dem hinteren Sitz platz. Der Sergeant warf die Tasche hinein, stieg dann selbst ein und schloss die Tür hinter sich.

„Los, los,“ sagte der Sergeant in das Headset und schlug mit der freien Hand an die Tür, die sie vom Cockpit trennte.

Der Helikopter hob in einem steilen Winkel ab. Jack Crichton schnallte sich an, und der Sergeant tat es ihm gleich.

Der Lärm der Rotoren machte es unmöglich zu reden. Er war überrascht, dass sie einen Kampfhelikopter geschickt hatten, aber dann nahm er an, dass sie einfach den ersten auffindbaren Hubschrauber geschickt hatten, de sowohl eine Crew als auch Sprit hatte.

Kaum fünfzehn Minuten später landeten sie auf dem Homestead Flugfeld neben einem Learjet, der keine offensichtliche Regierungskennung trug. Der Helikopter hatte kaum aufgesetzt, als auch schon die Tür geöffnet wurde, dieses mal von einem Air Force Staff Sergeant.

„Colonel, wir sind ihr Taxi,“ sagte der Staff Sergeant.

Jack Crichton ging hinüber zu dem Flugzeug. Ein Mann stand neben der Gangway. Er trug ein dunkles Shirt und Jeans, aber sein Verhalten wies ihn als jemanden mit militärischem Hintergrund aus.

„Colonel Crichton, ich bin Commander Endicott, IASA,“ sagte er.

„Commander, was soll das alles?“

„Sobald wir im Flugzeug sind, werde ich sie aufklären,“ sagte Commander Endicott.

Jack nickte und stieg die Stufen hinauf. Commander Endicott folgte ihm, ebenso wie der Staff Sergeant, der ihn begrüßt hatte, und nun seine Tasche trug.

Das Flugzeug setzte sich in Bewegung noch bevor sich die Tür vollständig geschlossen hatte. Der Tower musste die Starbahn für sie freigehalten haben, denn sie hielten direkt darauf zu und hoben ab. Es war eine eindrucksvolle Demonstration der Logistik, oder des Einflusses desjenigen, der hinter dieser Sache stand.

Jack Crichton sah die Startbahn unter ihnen verschwinden.

Er drehte sich zu Commander Endicott um. „Könnten sie mir jetzt sagen worum es geht? Wofür auf Gottes weiter Erde könnte die IASA ein altes Schlachtross wie mich brauchen, und wozu diese Eile?“

Commander Endicott griff unter seinen Sitz und zog eine kleine metallene Aktentasche hervor. Er öffnete die Aktentasche und holte etwas heraus, das wie die etwas größere Version eines schnurlosen Telefons aussah.

„Satellitentelefon,“ erklärte er. Er drückte einen Knopf und hielt es sich ans Ohr. „Commander Endicott. Ja, wir sind auf dem Weg.“

Er hörte einen Moment zu. „Roger.“ Sagte er.

Dann hielt er ihm das Satellitentelefon hin. „Falls er fragt sagen sie ihm unsere Ankunftszeit in Canaveral liegt bei unter einer Stunde. Der Start erfolgt nach Plan.“

Jack nahm das Telefon. Dann kamen ihm die letzten Wort zu Bewusstsein. „Start?“

„Sir,“ sagte Commander Endicott und zeigte auf das Telefon.

Jack Crichton hob das Telefon ans Ohr. „Colonel Jack Crichton,“ sagte er.

„Dad? Dad, hier ist John.“

In seinem Kopf raste es. Das konnte nicht sein. Und doch war die Stimme so vertraut…

„Dad, bist du da?“

„Ich bin hier,“ sagte er. Er drückte das Telefon so sehr, dass er dachte es würde zerbrechen.

„Dad, ich weiß es ist schwer zu verstehen, aber ich bin es wirklich.“ Sagte John.

Er fühlte sich betäubt. Unglauben mischte sich mit einer unmöglichen Hoffnung. Seine Brust wurde eng, so dass es weh tat zu atmen.

„Wo? Wie?“ brachte er gerade noch hervor.

„Das wo ist einfach. Ich bin in der Farscape, im Erdorbit. Das wie ist eine lange Geschichte.“

„Wann landest du?“ Kein Wunder dass man ihn nach Canaveral gejagt hatte. Plötzlich ergab sogar diese hektische Eile einen perfekten Sinn.

„Das tue ich nicht.“

„Wie meinst du das?“

„Dad, es ist nur ein Besuch. Nicht mehr. Wenn du mich sehen möchtest, wird die IASA dich und DK mit dem X-44 Raumfahrzeug hochbringen, das in weniger als drei Stunden startet. Wenn du das nicht möchtest, verstehe ich das. Aber wie auch immer, ich habe weniger als zwanzig Stunden bis ich wieder gehe.“

Gehen. Worüber redete er? „Sohn, das ist verrückt,“ sagte er.

John lachte. „Mein Leben ist verrückt. Aber du musst mir schon glauben, ich weiß was ich tue.“

Es gab einen langen Moment der Stille, als Jack Crichton versuchte mit dem Wissen klarzukommen, dass sein Sohn, um den er so lange getrauert hatte, nun zu ihm zurückgekehrt war. Lebend.

„Kommst du?“ fragte John. In seiner Stimme lag all jene Unsicherheit des Jungen, der er einst gewesen war.

„Natürlich,“ antwortete Jack Crichton.

Er würde überall hingehen, alles tun, um seinen Sohn zu sehen. Alles.

Wenn er John einmal vor sich hatte, das wusste er, dann würde er ihn auch überzeugen können zu bleiben.

IASA Mission Briefingraum, Canaveral Raumzentrum, Ereigniszeitpunkt +05.10

Jack Crichton war Testpilot gewesen, ein Astronaut und ein Missionsberater. Er hatte Dutzende, vielleicht Hunderte von Missionsbriefings durchgestanden. Aber das hier war das seltsamste Briefing, an dem er je teilgenommen hatte.

Er und die anderen drei, die die Reise machen würden, saßen ganz vorn im Raum, während Tom Kenyon den Plan der Mission und die Informationen, die sie bis jetzt hatten, durchging. Hinter ihnen machte sich ein Team von Controllern und Missionspezialisten Notizen auf ihren PDAs. Videoschirme zeigten Bilder der unterstützenden Teams in Housten, Washington DC und Kaliningrad, die intensiv zuhörten.

„Fassen wir also zusammen, es gibt eine Menge Vermutungen aber nur sehr wenig harte Fakten,“ sagte Tom Kenyon. Als ältester IASA Manager in Canaveral, war es seine Entscheidung gewesen, Johns Forderungen zuzustimmen und er hatte den Präsidenten davon überzeugt die Mission zu genehmigen. „Es könnte John Crichton sein da draußen. Es könnte die Farscape Eins ein. Es könnte sogar ein Alien als seine Begleitung sein. Oder aber es könnte alles nur eine seltsame Art kranker Scherz sein.“

„Da oben ist etwas, und das stammt nicht von der Erde,“ sagte Missionsspezialistin Angela Porter, die zur Auswahl der IASA für das Team gehörte. „Rakete, Shuttle oder Raumschiff, einen Start hätten wir entdeckt.“

„Also wo war John Crichton während der letzten drei Jahre?“ fragte Walter Klein, welcher der Vertreter des State Departments war. Gerade erst Ende zwanzig, war er noch recht jung für diese Verantwortung, aber vielleicht war das ein Vorteil. Falls das hier wirklich eine Erstkontaktsituation war, war er noch immer jung genug um dort begeistert zu sein, wo ein erfahrener Diplomat sofort eine Milliarde Dinge sah, die schief laufen konnten.

„Wir haben keine Spur von Trümmern gefunden. Nicht einen einzigen Metallsplitter,“ erinnerte sie Jack Crichton.

Das war einer der Gründe, warum es ihm so schwer fiel Johns Verlust zu akzeptieren. Ein Stück verbogenes Metall, ein Teil des Moduls, sogar eine Radaraufzeichnung von Trümmern, die zurück in die Erdatmosphäre fielen, hätten ihm Sicherheit über Johns Schicksal gegeben. Aber das Fehlen von Trümmern hatte viele Fragen offen gelassen. Und während die Monate vergingen, hatte er sich selbst zu überzeugen versucht, dass das Fehlen dieser Trümmer ein gutes Zeichen war. Es bedeutete, dass die Zerstörung des Moduls vollständig geschah, und dass Johns Tod augenblicklich eingetreten sein musste. Es gab nicht genug Zeit für ihn um zu leiden.

Nur dass es nun so schien als sei er gar nicht gestorben.

„Das Raumfahrzeug sieht aus wie die Farscape Eins, wurde aber offensichtlich modifiziert. Das sind nicht die Maschinen, die John und ich entwickelt haben. Nicht nach den Bildern zu urteilen die ich sah, oder nach der Art wie sich das Ding bewegt. Man nimmt an, dass es die Reise zum Mond in Minuten gemacht hat. Minuten. Wissen sie was das bedeutet?“ DKs Augen leuchteten vor Begeisterung, wie in den alten Tagen. „Mit dieser Technologie könnten wir den Mars in Tagen erreichen, vielleicht in Stunden. Und dann…“

Tom Kenyon räusperte sich.

„Selbst wenn das John Crichton ist, könnte es immernoch eine Falle sein. Wir wissen nicht wo er gesteckt hat, oder wie er es schaffte zu überleben. Jemand hat ihm geholfen, aber auch wenn sie ihm geholfen haben heißt das nicht, dass sie auch uns freundschaftlich gegenüber stehen.“ Sagte Tom Kenyon. „Ich gebe ihnen nun allen eine letzte Gelegenheit auszusteigen. Niemand wird schlecht über sie denken, wenn sie sich entscheiden hier zu bleiben.“

„Das ist mein Sohn da oben, und nichts wird mich davon abhalten zu gehen,“ sagte Jack Crichton.

„Mich auch nicht,“ antwortete DK.

„Ich sollte sowieso auf der Raumstation arbeiten. So ist es nur etwas früher, Sir,“ sagte Angela Porter.

Walter Klein nickte energisch. „Ja, ja. Ich gehe auch. Ich hoffe nur, dass ich nicht krank von dem Flug werde.“

Ein raumkranker Zivilist. Das war genau das, was sie noch brauchten, um diese bizarre Situation zu vervollständigen.

„Dann wäre das entschieden. Sie haben einen Flieger zu kriegen. Viel Glück ihnen allen.“ Sagte Tom Kenyon.

Sie standen auf und als sie gingen schüttelte er ihnen allen die Hände. Hinter ihnen verließen die Mitglieder des IASA Teams den Raum und kehrten auf ihre Stationen oder auf die Beobachtergalerie zurück. Niemand wollte auch nur eine einzige Minute der Mission verpassen und Jack Crichton konnte es ihnen nicht verdenken.

Im Moment war das Publikum auf das nötige IASA Personal und auf ein Paar wichtige Offizielle der Regierung aus Washington DC beschränkt. Aber es wäre unmöglich, den Deckel lange auf der Sache zu halten, egal welche Geschichte sie den Medien auch erzählten, um das gehetzte Durcheinander beim Start des X-44 zu vertuschen. Es würde ein Leck geben und dann würde sich die ganze Welt die selbe Frage stellen, die gerade durch seinen Kopf ging. War das wirklich John, der zu ihnen zurückkehrte und falls ja, wo hatte er dann die ganze Zeit gesteckt?

Vor dem Briefingraum wartete ein Helfer auf sie, um sie zu führen. „Der Bus wartet draußen, um sie auf das Flugfeld zu bringen,“ sagte er.

Jack Crichton nahm DKs Arm, zog ihn beiseite und ließ Angela Porter und Walter Klein passieren. Er wartete bis sie sich ein paar Schritte entfernt hatten, bevor er ihnen folgte.

„Hast du mit ihm gesprochen?“ fragte Jack Crichton. Es war die erste Gelegenheit für ihn mit DK privat zu sprechen. Als er bei der IASA ankam, hatte man ihn zu einem schnellen medizinischen Check gebracht und ihn dann in das Briefing geführt, das bereits begonnen hatte.

„Ja, Sir,“ sagte DK.

„DK, ich bins, Jack,“ meinte er.

„Ja, Colonel Jack,“ sagte DK, „Es muss gleich nachdem sie mit ihm gesprochen haben gewesen sein, denn er erzählte mir dass sie dem Trip zugestimmt haben.“

Jack Crichton drehte sich herum um DK anzusehen. „Klang er… wie er selbst?“

DK biss sich auf die Unterlippe. „Er klang wie John. Und wir haben das Video gesehen. Aber…“

Also war er nicht der einzige der Zweifel hatte. Zweifel, die keiner von beiden im Konferenzraum und vor den anderen hatte aussprechen wollen. „Und seit wann gibt John der IASA Befehle? Stellt unverhandelbare Forderungen? Lehnt sämtliche Erklärungen ab?“

„So, als würde er uns nicht trauen,“ sagte DK. „Er hat mir nichts erzählt, außer dass er die letzten drei Jahre in einer weit weit entfernten Galaxis verbracht hat. Dieses Zitat hat er aus Star Wars geklaut.“

„In drei Jahren kann eine Menge passieren,“ sagte Jack Crichton.

„Falls es drei Jahre für ihn waren,“ antwortete DK. „Nach allem was wir wissen, hätte sein Verschwinden zu einem Zeitdehnungseffekt führen können. Aus seiner Sicht könnte John vor drei Minuten oder vor dreißig Jahren verschwunden sein.“

DKs Begeisterung für die Wissenschaft ging mit ihm durch.

„Du hast ihn gesehen. Er war nicht dreißig Jahre älter,“ sagte Jack Crichton. Aber John hatte älter ausgesehen als er es auf den Photos zu sein schien, die an seinem letzten Tag aufgenommen wurden. Ein paar Jahre. Vielleicht drei. Vielleicht mehr.

„Es ist immernoch John,“ sagte DK. „Wissen sie worum er mich gebeten hat, was ich mitbringen soll?“

„Was?“

„Erdnussbutter und einen Stapel Mikrokassetten.“

Jack Crichton lachte, als ihm die ganze Absurdität klar wurde. „Erdnussbutter.“

„Yup,“ sagte DK, während sie die Lobby erreichten und den Transportbus für die Crew draußen warten sahen. „Das ist John da oben. Ich weiß es. Vielleicht vertraut er uns nicht, aber ich vertraue ihm immernoch. Es wird schon gut gehen.“

„Das hoffe ich,“ sagte Jack Crichton.

Internationale Raumstation, Ereigniszeitpunkt +14.52

Jack Crichton sah Colonel Sarah Blackwell an. “Wir sind so weit, wenn sie es sind,” sagte er.

Sie schwebten in das Hauptwohnabteil, zusammen mit DK, Angela Porter und Walter Klein. Colonel Blackwell hatte den medizinischen Fachmann Hiro Tanaka und den Kommunikationsspezialisten Alexei Kirillov ausgewählt um sie zu begleiten, was insgesamt sieben machte.

Der Rest des Teams hätte sich gern mit ihnen zusammen hineingedrängt, aber sie sollten John oder seine mysteriöse Begleitung nicht überwältigen.

„Okay Leute, ihr kennt die Übung. Alle anderen bleiben auf ihren Stationen, bis ich ihnen einen ganz klaren anderen Befehl gebe. Verstanden?“ sagte Colonel Blackwell.

Ein Chor der Zustimmung erklang über das Intercom.

„Gehen wirs an. Alexei, sagen sie unseren Besuchern, dass wir bereit sind,“ sagte Colonel Blackwell.

„Farscape, hier ist die Friendship Station,“ sagte Alexei Kirillov.

Johns Stimme kam über die Lautsprecher. „Ich habe sieben Menschen im Raumschiff gescannt. Dad, bist du einer von ihnen?“

„Ich habs geschafft,“ sagte Jack Crichton. „Ich, DK, Missionsspezialist Angela Porter von der IASA und Walter Klein vom State Department. Plus drei Personen von der Flugbesatzung.“

„Und du gibst mir dein Wort dass es sicher ist? Keine Tricks?“

Er fühlte wie sich sein Herz umdrehte, als er sich fragte was wohl passiert sein konnte, was John so vorsichtig machte. Es war mehr als bloße Vorsicht. Es war als hätte er Angst.

„Keine Tricks,“ versprach Jack Crichton seinem Sohn.

„Das X-44 ist weg,“ sagte Colonel Blackwell. Sie können die Farscape andocken, sobald sie so weit sind.“

„Kein Andocken,“ sagte John. „Erwarten sie uns an der sekundären Luftschleuse in zwei Minuten.“

„Er will aussteigen? Spinnt er?“

Das war eine sehr gute Frage.

Die sekundäre Luftschleuse befand sich außerhalb des Wohnmodules, und war für Notfallevakuierungen mit einem Rettungsfahrzeug gedacht. In weniger als zwei Minuten war ein metallisches Klicken zu hören als etwas gegen die Hülle schlug, und dann das Geräusch des Schlosses in der Luftschleuse.

Jack Crichton trieb hinüber, die anderen ließen ihn taktvoll die Führung übernehmen.

Die Zeit, die verging, bis die Luftschleuse den Innendruck der Station erreichte, schien eine Ewigkeit zu dauern.

Dann öffnete sich die Schleuse und eine Gestalt in schwarz stieg heraus. Es dauerte einen Moment bis er John erkannte. Er begriff, dass er irgendwie erwartet hatte, dass John noch immer den orangen Fliegeranzug der IASA trug.

Stattdessen trug John einen hautengen Anzug aus mattem schwarzem Material. In einer Hand hielt er einen durchsichtigen Glashelm und eine Leine, die zu einem kleinen Metallbehälter gehörte.

John folgte eine zweite Gestalt, die Frau, die sie auf dem Video gesehen hatten. Sie trug einen Anzug, der identisch mit Johns war. Ihr Helm hing an einer Gürtelschlaufe. Sie sah sogar noch schöner aus als auf dem Video. Und tödlicher, denn wenn er sich nicht sehr irrte, dann war das eine Waffe, die sie da in ihren Händen hielt.

Johns Augen trafen die seinen, und schweiften dann durch das Modul. Er nickte als er DK und Colonel Blackwell erkannte.

„Es ist okay,“ sagte er „steck die Pulswaffe weg.“

Die Frau sagte etwas das nur aus Konsonanten und Zungenklicks zu bestehen schien.

„Bitte,“ sagte John.

Die Frau ließ den Lauf der Waffe sinken, bis er nach unten zeigte und steckte sie dann in ein Gürtelholster. Sie zeigte keine Anzeichen dafür, dass sie sie nicht benutzen wollte.

„Dad?“ fragte John.

Jack Crichton stieß sich ab, so dass er die Meter überqueren konnte die sie trennten. Er zog John in eine Umarmung, was bei Nullgravitation eine beinahe unmögliche Sache war. Erst als er ihn berührte, akzeptierte er schließlich, dass dies tatsächlich sein Sohn war, der nach hause kam.

John erwiderte die Umarmung mit seinem freien Arm. Aber dann, nur einen Moment später, war er der erste, der sich daraus löste.

„Dad, das ist Officer Aeryn Sun, früherer sebacianischer Peacekeeper.“

„Erfreut sie kennen zu lernen,“ sagte Jack Crichton, unsicher darüber wie er sie begrüßen sollte.

Aeryn streckte unsicher ihre rechte Hand aus. Er nahm sie und sie gab ihm einen überraschend festen Händedruck.

Aeryn sagte etwas, wovon er nur das Wort Crichton begriff.

„Aeryn sagt, es ist ihr eine Ehre, dich endlich kennenzulernen.“ Erklärte John.

„Bruder John, du siehst gut aus für einen Kerl, den man für tot hält,“ sagte DK, kam nach vorn und berührte Johns Schulter mit seiner Faust. Wenigstens DK hatte keine Zweifel, denn er grinste von Ohr zu Ohr.

„Immer noch der gleiche Sinn für Humor,“ sagte John mit einem sarkastischen Lächeln. „Aeryn, das ist DK, die andere Hälfte des Farscapeteams.“

Aeryn nickte und bestätigte die Vorstellung.

„Und das ist Colonel Blackwell,“ sagte John und zeigte auf sie. „Sie ist der Commander der Raumstation, und die Person die mich gelehrt hat einen Stealth Fighter zu fliegen.“

„Commander Crichton, willkommen zurück,“ sagte Colonel Blackwell. „Aeryn Sun, im Namen der IASA ist es mir eine Ehre sie an Bord willkommen zu heißen.“

Während Colonel Blackwell den Rest der Anwesenden vorstellte, hielt Jack Crichton ein Auge auf seinen Sohn. John nahm jede Vorstellung zur Kenntnis, aber er blieb immer nah bei Aeryn Sun und seine Haltung blieb vorsichtig. Wachsam.

Jack Crichton hatte ein Dutzend Stunden Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass sein Sohn noch am Leben war. Aber so hatte er sich ihre Wiedervereinigung nicht vorgestellt. John war zu ruhig. Vorsichtig. Reserviert. Irgendwas war falsch.

John wartete, bis die Vorstellungen beendet waren. „Colonel, ich weiß dass sie noch elf weitere Personen in der Station haben, plus die drei von der Crew auf dem X-44. Sagen sie ihnen dass sie zu ihrer eigenen Sicherheit von meinem Modul wegbleiben sollen. Sie können alle Bilder machen die sie wollen, aber wenn jemand näher als zwanzig Meter rankommt, wird sie die Verteidigung des Moduls erledigen. Es wird keine Ausnahmen und keine Entschuldigung geben.“

„Verstanden,“ sagte Colonel Blackwell. Ihre Stimme verhärtete sich.

John schenkte ihr ein halbes Lächeln und für einen Moment sah er wieder so aus, wie sich Jack Crichton an ihn erinnerte. „Ich weiß, ich bin schwierig, aber ich weiß es zu schätzen, dass sie uns ihre Raumstation für dieses Treffen leihen. Und ich verspreche dass wir in ein paar Stunden wieder weg sind und sie uns vom Hals haben.“

Plötzlich fügten sich die Teile zusammen. Johns Beharren darauf, dass dies nur ein kurzer Besuch war. Seine exzessive Vorsicht. Seine Alienbegleitung und die Waffe die sie trug.

„Sohn, bist du ihr Gefangener?“

Aeryn Sun grinste.

John lachte. „Nein. Aeryn ist eine Freundin. Meine Freunde auf Moya würden mich das hier nicht allein machen lassen. Sie behaupten ich hätte die schlechte Angewohnheit in Fallen zu tappen.“

Er fragte sich, wie oft John wohl schon in die Falle gegangen war, dass es seine Freunde eine Angewohnheit nannten? Und wie genau diese Fallen aussahen?

Aeryn Sun sagte etwas zu John.

„Das war nicht meine Schuld auf dem Handelsplaneten. Es war Rygels. Und ich war derjenige, der uns da heraus geholt hat. Letzten Endes.“ Diskutierte John.

„Sie versteht English,“ bemerkte Alexei Kirillov.

„Englisch, Russisch und jede andere Sprache die sie sich vorstellen können,“ erklärte John.

„Und die Waffe?“ fragte Jack Crichton. „Ich dachte du hättest gesagt keine Waffen.“

„Es gibt sechs Milliarden von euch und nur zwei von uns,“ sagte John. „Eine Pulswaffe und ein paar Pistolen gleichen nur die Chancen ein wenig aus.“

Zum ersten mal bemerkte er das Objekt, das an Johns rechter Hüfte festgeschnallt war, etwas das sehr wohl eine Pistole sein konnte. Aeryn Sun trug eine vergleichbare Waffe an ihrem linken Bein.

Und ihm gefiel auch nicht die Art wie John die Menschheit mit „ihr“ anstatt „uns“ bezeichnet hatte.

Er konnte einfach nicht begreifen warum John bei etwas, das ein freudiges Heimkommen sein sollte, eine solche Bewaffnung tragen konnte. „John, hast du das Ding jemals benutzt?“

„Ich bin ein passabler Schütze. Ich spiele nicht in Aeryns Liga aber ich kann auf mich aufpassen. Aber falls du wissen willst wie viele Leute ich getötet habe, dann musst du mich schon fragen,“ sagte John ganz offen.

Plötzlich war die Luft dick vor Spannung. Niemand sagte etwas, zweifellos weil sie ebenso geschockt waren wie er. Ihm wollte einfach nichts einfallen was er sagen konnte ohne dass es nach einer Anklage klang.

DK kam zu seiner Rettung. „Aeryn Sun versteht uns und du verstehst ihre Sprache. Wie ist das möglich. Ein Universalübersetzer, wie bei Star Trek?“ fragte er und wechselte so das Thema.

„Etwas in der Art. In ihrer Galaxie gibt es genetisch konstruierte Mikroben, die ihnen bei der Geburt injiziert werden, und die sich dann am Hirnstamm ansiedeln. Sie arbeiten als Übersetzer.“ Sagte John.

„Mikroben? Und sie haben das getan?“ fragte Hiro Tanaka mit der intensiven Neugier des Mediziners.

„Das war das erste, was sie mit mir gemacht haben als ich an Bord von Moya kam,“ sagte John.

Jack Crichton sah zu Aeryn Sun. „Sie sieht menschlich aus,“ sagte er.

John zuckte mit den Schultern, „Da draußen sagt man mir immer, dass ich wie ein Sebacianer aussehe. Es gibt kleine Unterschiede, aber wir sind uns ähnlich genug um durch die meisten visuellen Überprüfungen zu kommen.“

John sah seinen Vater an. „Ihr habt euch dadurch, dass ihr hier herauf gekommen seid, ohnehin eine Quarantäne eingehandelt,“ sagte er. „Wenn ihr wollt, kann ich sie euch spritzen, damit ihr sie verstehen könnt. Aber sobald die Mikroben einmal injiziert sind, habt ihr sie für den Rest eures Lebens. Das wird die Jungs von der Quarantäne mächtig unglücklich machen.“

Der Gedanke an Alienbazillen, die um sein Gehirn herumschwammen, ließ es ihm übel werden. Aber er konnte sehen, wie wichtig es John war. Und er wollte mehr über die Alienfrau wissen, die John eine Freundin nannte. „Ich bin so weit gekommen, da werde ich jetzt nicht aufhören,“ sagte er.

Letztendlich entschieden sich sechs von ihnen die Injektion anzunehmen, die John angeboten hatte. Nur Hiro Tanaka lehnte ab. Er erklärte, dass er als neutrales Kontrollsubjekt fungieren wollte.

Sie trieben in den zentralen Bereich den Hauptwohnmoduls und verteilten sich in dem runden Raum. Aeryn Sun nahm eine Position nahe der Luftschleuse ein, gegenüber der Stelle an der John schwebte. John band die Schnur des Metallkastens an einen Handgriff und öffnete ihn dann. Er griff hinein, und zog einen kleinen silbernen Zylinder heraus, nur wenig länger als eine Hand. Er warf den Zylinder herüber und Jack Crichton fing ihn mit einer Hand.

„Das punktförmige Ende gehört an die Haut. Es ist egal wo,“ sagte er. „Dann drückst du einmal auf den roten Knopf“

Jack Crichton hoffte dass sich nichts von seiner Nervosität auf seinem Gesicht zeigte. Er preßte den Injektor gegen sein Handgelenkt und drückte den roten Knopf.

Er fühlte einen leichten Stich, so wie ein Moskitostich. Als er den Injektor wieder entfernte, trat ein einzelner Tropfen Blut aus.

„Das wars?“ fragte er.

„Das wars,“ sagte John.

„Wie lange dauert es bis es wirkt?“ fragte er.

„Sterkam click javel click click zhashtl und er sieht anders aus als ich mich erinnere,“ sagte Aeryn Sun.

„Was du gesehen hast, beruhte auf meinen Erinnerungen. Hier auf der Erde sind drei Zyklen vergangen. Er ist älter geworden,“ erklärte John.

„Sie spricht English,“ sagte Jack Crichton verwundert.

„Sie haben das verstanden?“ fragte Alexei Kirillov.

„Ja,“ sagte Jack Crichton. Er drehte sich um, um Aeryn Sun anzusehen. „Sie sind eine Freundin meines Sohnes?“

„Kameraden, Freunde, ja,“ sagte sie.

„Ich bin der nächste,“ stellte DK feste. Er trieb herüber um Jack Crichton den Injektor aus der Hand zu nehmen.

Internationale Raumstation, Ereigniszeitpunkt +17.30

„Und das ist alles,“ sagte John. „Die Alten haben es geschafft eine ihrer alten Energiequellen zu reaktivieren, also boten sie mir die Chance an zurückzukommen. Sie haben ein Wurmloch konstruiert, aber es wird nur etwas mehr als dreiundzwanzig Stunden offen bleiben. Dann müssen wir zurück oder wir hängen hier fest.“

Wurmlöcher. Eine Galaxie die so weit entfernt war, dass ihre eigene Milchstraße dort unbekannt war. Ein Ort besiedelt von außerirdischen Rassen, voller fremdartiger Kreaturen, einschließlich des lebenden Schiffes, das John bewohnte. Es war ein fantastisches Märchen. Hätte er es von jemand anderem gehört, hätte er es als Science Fiction oder als die Phantasie eines gestörten Geistes abgetan. Und doch war er gezwungen es zu glauben, denn hier war sein Sohn, zurückgekehrt zu ihm nach all dieser Zeit und er schwebte so nah, dass er hinübergreifen und ihn berühren konnte.

„Was meinst du mit festhängen?“ fragte Jack Crichton. „Warum bleibst du nicht zu hause? Du und Aeryn Sun wäret uns willkommen.“

John schüttelte den Kopf. „Nein, das weiß ich besser.“

„Ich verstehe nicht,“ sagte er, und hörte selbst die Frustration in seiner Stimme. Er hatte doch seinen Sohn gerade erst wieder gefunden. Wie konnte John so ruhig davon reden wieder aus seinem Leben zu gehen, und das nach nur wenigen kurzen Stunden?

„Kann ich mein Leben zurück bekommen? Würden sie mir mein altes Büro bei der IASA zurückgeben? Mich montags mit den Jungs Football sehen lassen, mich mit dir im Morgengrauen golfen oder mich mit dem T-Bird runter zur Airbase fahren und mich eine F-16 leihen lassen, damit ich meine Flugstunden zusammen bekomme? Ist irgendwas davon möglich?“

„Sohn…“

„Dad, lüg mich nicht an. Lüg dich nicht selbst an. Es gehe hinunter auf die Erde, und jeder wird ein Stück von mir haben wollen. Ob es nun Area 51 oder jemand anderes ist, sie werden mich einsperren und den Schlüssel wegwerfen. Und wenn Aeryn hierbliebe, wäre sie in noch größerer Gefahr.“

„So wäre es nicht,“ sagte Walter Klein. „Von Seiten des State Departments kann ich ihnen versichern dass…“

„Machen sie keine Versprechungen, die sie nicht halten können,“ sagte John ärgerlich, stieß sich von der Wand ab und trieb scheinbar zufällig durch das Abteil, doch als er seine Drehung beendete war er neben Aeryn Sun. John tippte sich mit dem Zeigefinder an die Stirn. „Ich habe Dinge gesehen, die ihr euch nicht vorstellen könnt. Ich habe die Antworten auf Fragen, die sich unsere Wissenschaftler noch nicht einmal gestellt haben. Ich habe genug Erfahrung darin, für das gejagt zu werden was in meinem Gehirn steckt. Und ich werde das hier ganz sicher nicht zulassen.“

Jack Crichton öffnete den Mund zu einer Erwiderung, schloss ihn dann aber langsam wieder, als ihm einfiel dass er keine Ahnung hatte, was er sagen sollte. Gejagt für das was in seinem Gehirn steckte. Er nahm an, dass John diese Formulierung unabsichtlich herausgerutscht war.

Johns Geschichte hatte den Konflikt zwischen den Peacekeepern und seinen Freunden auf Moya geschildert, aber die Gefahren, denen er dabei begegnet war, hatte er nur leicht gestreift.

Immerhin hatten seine Freunde einen bewaffneten Soldaten geschickt um ihn zu beschützen, und John hatte eine Art von Vorsicht entwickelt, die an Paranoia grenzte. Und an irgendeinem Punkt, seinem vorigen Ausbruch nach zu urteilen, hatte er herausgefunden was es bedeutete zu töten.

Jack Crichton suchte das Gesicht seines Sohnes, das letztlich nur bestätigte, dass dies nicht der selbe Mann war, der die Erde an jenem schicksalshaften Tag verlassen hatte. Es war keine Spur von Jungenhaftigkeit auf Johns Gesicht zurück geblieben. Stattdessen wies er neue Linien der Bestimmtheit auf und sein blauer starrer Blick hatte etwas scharfkantiges an sich.

In diesem Moment erinnerte John ihn sehr an die Kampfpiloten, die er während seiner Air Force Tage kannte.

„Das ist ja vielleicht eine Geschichte, Commander Crichton. Sie haben uns viel zum nachdenken gegeben,“ sagte Colonel Blackwell, was als indirekter Hinweis an das erdgebundene Publikum gemeint war, das sicher an jedem seiner Worte hing. „Vielleicht hätten sie und ihr Vater gern etwas Zeit allein?“

„Dafür wäre ich sehr dankbar,“ sagte John.

Jack Crichton sah, wie die anderen das Wohnmodul verließen, bis nur noch er, DK, Aeryn Sun und John zurückblieben. Zweifellos wollte Colonel Blackwell mit Mission Control auf der Erde konferieren, um zu sehen wie ihre Reaktionen auf das waren, was sie bis jetzt gehört hatten und um herauszufinden ob sie neue Anweisungen für sie hatten.

Was auch immer ihre Motive waren, er war dankbar für diese Gelegenheit, auch wenn es nur die Illusion von Privatsphäre war. Alexei Kirillov hatte die tragbare Videokamera mitgenommen, aber es gab immernoch die fest installierten Kameras und die Mikrofone, die jedes ihrer Worte aufzeichneten. Aber selbst die Illusion war besser als gar nichts und ohne die Gegenwart der anderen war er vielleicht doch noch in der Lage dazu, zu seinem Sohn durchzudringen, der ihm jetzt so unendlich fern schien, auch wenn er nur ein paar Fuß entfernt von ihm schwebte.

„Was meintest du, als du sagtest dass du für das, was in deinem Kopf ist gejagt wurdest?“ fragte Jack Crichton. „War das dieser Captain Crais, den du erwähnt hast?“

„Nein, Crais wollte Rache weil er mich für den Unfall verantwortlich machte, der seinen Bruder getötet hat. Es hat etwas gedauert, aber möglicherweise hat er seine Meinung geändert.“

„Ich vertraue ihm nicht,“ sagte Aeryn Sun.

„Ich vertraue ihm ebenfalls nicht,“ sagte John geduldig. „Aber er ist viel zu beschäftigt damit, vor seinen eigenen Problemen wegzulaufen um eine Gefahr für uns darzustellen.“

„Also wer dann?“ fragte Jack Crichton.

„Als ich die Alten das erste Mal traf, haben sie mich durch die Hölle geschickt. Sie ließen mich denken, ich sei wieder zurück auf der Erde, nur damit ich dann entdeckte, dass sie nur mit meinem Verstand spielten,“ sagte John mit einer Grimasse. „Hinterher tat ich ihnen leid, also versuchten sie mir ein Geschenk zu geben. Sie wussten, dass ich ein Wurmloch brauchte um meinen Weg hierher zurück zu finden. Sie waren nicht willens mir die Antworten gerade heraus zu geben, aber sie haben die Gleichungen in meinen Geist eingepflanzt, die für mein Unterbewusstsein als Führer fungieren sollten.“

„Wurmlöcher? Du weißt wie man sie herstellt?“ fragte DK

„Noch nicht,“ sagte John. „Aber ich bin nah dran. Näher als jeder andere Wissenschaftler in dieser Galaxie oder in deren. Es macht mich zu etwas Besonderem. Einzigartigen.“

„Gejagten,“ fügte Aeryn Sun hinzu.

„Gejagten,“ Stimmte John zu. „Ich wusste nichtmal dass ich die Gleichungen in mir hatte, bis dieser Bastard Scorpius mit meinem Verstand herumgefrellt hat.“

„Scorpius?“ fragte Jack Crichton. Das war kein Name, den John früher schon einmal erwähnt hatte.

„Ein Peacekeeperwissenschaftler. Ein brillanter Kerl mit ein paar unglücklichen Hobbies, wie foltern und Gehirnoperationen mit einem Eispickel durchführen,“ sagte John mit einem schiefen Lächeln. Wahrscheinlich unbewusst hob er seine rechte Hand und begann die Rückseite seines Nackens zu reiben.

Aeryn Sun griff hinüber und streichelte die Rückseite von Johns Kopf, bevor sie seine Hand mit ihrer einfing. John schenkte ihr ein dankbares Lächeln und ein Teil der Spannung verließ seinen Körper.

Jack Crichton bemerkte, dass viel mehr an der Beziehung zwischen den beiden war, als durch den einfachen Begriff Freund abgedeckt wurde.

Er für seinen Teil fühlte sich zur selben Zeit krank und wütend. „Gefoltert?“ wollte er wissen.

„Es war keine große Sache,“ sagte John, den Vorfall herunterspielend. „Es waren nur ein paar Tage, bis Aeryn mit der Kavallerie kam und mich rausgepaukt hat. Aber Scorpius hat mich auf die Peacekeeperliste der Meistgesuchten gesetzt, was viel zu viel Aufmerksamkeit sowohl von seiten der Peacekeeper als auch von ihren Feinden auf uns zog. Eine Zeit lang sah es so aus, als wollte jeder ein Stück von mir.“

„Warum willst du dann zurück? Warum bleibst du nicht hier?“ fragte DK.

„Weil ich dort genau weiß wogegen ich antrete, und ich habe meine Freunde die mir helfen. Die Unerforschten Territorien sind ein weiter Ort. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie uns noch einmal finden, ist gering.“

„Du hast auch hier Freunde. Und deine Familie,“ stellte Jack Crichton heraus.

„Es gibt noch einen anderen Grund. Scorpius hat das Wurmlochwissen, das er aus meinem Gehirn geholt hat, plus seine eigenen Forschungen. Vielleicht bekommt er es heraus. Und wenn ihm das gelingt, will ich ihm keinen Grund liefern, herzukommen und nach mir zu suchen,“ sagte John.

„Sobald er einmal die Antwort hat, hat er keinen Grund mehr nach dir zu suchen,“ sagte Aeryn Sun.

John drehte sich zu ihr um. „Du kennst ihn nicht so wie ich. Das zwischen uns ist noch nicht erledigt. Wurmlochgleichung oder nicht, er wird mich suchen kommen. Und ich werde ihm keine Entschuldigung dafür liefern, einen Peacekeeper Kommandotransporter im Erdorbit zu parken. Ich kann diese Chance nicht ergreifen. Du würdest das selbe machen wenn es deine Heimatwelt wäre.“

Aeryn Sun sah sich in dem Modul um. „Wenn das das Beste eurer Technologie ist, dann sehe ich ein, warum du Angst hast. Diese Station hat nicht einmal ein anständiges Schwerkraftfeld. Dein Planet ist hoffnungslos primitiv. Sie würden nicht einmal ein Arn gegen einen Kommandotransporter bestehen.“

„Wir sind eigentlich nicht primitiv,“ wandte DK ein.

„Nach ihrem Standart schon,“ sagte John. „Aber daran können wir arbeiten. Dad, würdest du die Kiste öffnen?“

Jack Crichton schwamm hinüber zu der Metallkiste, die noch immer an der Wand festgebunden war. Er öffnete sie. Im Inneren befanden sich verschiedene Objekte.

„Da sind eine silberne Kugel und ein schwarzer Datenkern. Das ist das Ding, das wie ein Laptop aussieht. Nimm sie bitte heraus.“ Sagte John und trieb in die Mitte des Abteils.

Jack Crichton nahm die Kugel, eine silberne Sphäre, wenig größer als eine Orange, und das dünne schwarze Rechteck, das tatsächlich einem Laptop-Computer sehr ähnlich sah. Als er den Datenkern hochhob, fand er darunter einen Stapel Mikrokassetten.

„Hier drin ist auch noch ein Haufen Kassettenbänder,“ sagte er.

John nickte. „Yup, die sind für dich und DK. Es sind Aufnahmen die ich auf Moya machte. Ich habe die Datenbänder benutzt, die ich im Modul hatte, später fand ich einen Techshop der mir Duplikate anfertigte.“

Er hatte sie nicht gezählt, aber er konnte sehen, dass es etwa zwei Dutzend waren, vielleicht mehr.

„Die IASA wird darauf bestehen, Kopien zu machen, aber die Originale sind für Euch. Und, ah,“ John hielt inne, und rieb sich mit der Hand den Unterkiefer. „Ahm, ein paar der Bänder wurden an ziemlich schlechten Tagen aufgenommen. An Tagen, an denen ich mit euch Jungs reden musste, wenn es auch nur auf einem Band war. Ich habe nie angenommen, dass ihr sie jemals hören würdet. Ich habe darüber nachgedacht die Bänder zu bearbeiten, aber ich hatte Angst dass ich alles löschen würde, sobald ich einmal angefangen habe, bis alles was für euch übrig bliebe, nur noch ein Haufen leerer Bänder gewesen wäre.“

Er wusste, dass ihm dies Aufschluss darüber gab, wie einsam John gewesen sein musste, wenn er niemand anderen hatte, dem er seine Ängste anvertrauen konnte, als einen Bandrekorder und die Erinnerungen an seine Freunde zu Hause.

„Wenn du sie gemacht hast, kann ich sie auch anhören,“ sagte Jack Crichton.

„Wirf mir den Bilderzeuger her, das ist das silberne Ballding,“ sagte John.

Jack warf es herüber und John fing es mit einer Hand. Dann platzierte er es vorsichtig in der Mitte des Abteils.

„Man behauptet, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, also sind hier ein paar Millionen Worte,“ sagte John. Er drückte den Ball mit einer Hand und ließ ihn dann los.

Direkt über dem Ball erschien das Bild eines Objektes aus poliertem Kupfer vor einem Sternenfeld. Es war so real, dass Jack Crichton hinüberschwebte um es zu berühren, nur um das Bild Wellen schlagen zu sehen, als seine Hand hindurch fuhr.

„Cool,“ bemerkte DK und trieb näher heran um besser sehen zu können.

„Das ist Moya. Unser Schiff,“ sagte John, „Und dort ist ihr Sohn Talyn, als er noch ein Baby war.“

Das Bild flackerte und dieses mal zeigte es eine Kreatur die aussah wie eine vielarmige runzlige Schildkröte, deren Kopf sich zu einer riesigen flachen Scheibe erweiterte.

„Das ist Pilot, unser Navigator. Und das ist Zhaan,“ sagte John als das Bild eines blauen Alien erschien. „Sie ist eine Pflanze,“

„Eine was?“ fragte Jack Crichton.

„Du weißt schon, tierisch, mineralisch, pflanzlich. Zhaan ist eine Pflanze,“ sagte John lässig, als ob die Tatsache dass blaue Leute Pflanzen sind, ganz alltäglich und allgemein bekannt war. „Und das sind Rygel, und D’Argo und sein Sohn Jothee, und das dort ist Chiana. Und das ist Stark.“

Die Bilder rauschten vorbei. Manche der Kreaturen, wie Chiana oder Zhaan sahen menschlich aus, oder wenigstens menschenähnlich, während andere wie Rygel eindeutig Aliens waren und genauso gut aus dem Casting irgendeiner Hollywood-Science-Fictionproduktion entsprungen sein konnten

Nur dass das hier kein Film war, erinnerte sich Jack Crichton. Diese Wesen waren echt. Seines Sohnes Freunde und Begleiter.

Das Bild wechselte und zeigte John, wie er sich über die Maschinen des Farscapemodules beugte und dabei etwas in der Hand hielt, das wie ein Schweißgerät aussah.

„Hey, wie ist das denn da reingekommen?“ fragte John.

„Das war Zhaans Idee,“ antwortete Aeryn Sun. „Sie dachte deine Freunde hätten auch gern von dir ein paar Bilder. Pilot hat das programmiert.“

Ein Bild von John in seinem orangen Fliegeranzug erschien. Er sah sich fragend um und Jack nahm an dass es kurz nach seiner Ankunft auf Moya aufgenommen wurde. Andere Bilder zeigten John, wie er Schach spielte mit der kleinen froschartigen Kreatur die sich Rygel nannte und wie er etwas unverständliches mit dem blauen Alien Zhaan tat, die er als Priesterin beschrieben hatte. Eine religiöse Zeremonie? Meditation? Man konnte es unmöglich sagen.

Auch Aeryn Sun erschien. Sie stand John in einem großen leeren Raum gegenüber. Sie verbeugten sich voreinander und begannen sich dann langsam zu umkreisen. Aeryn sprang und sie kämpften in einem scheinbar tödlichen Wirbel aus Schlägen und Blöcken, ohne dass einer einen klaren Vorteil hatte. Und dann musste John wohl einen Fehler gemacht haben, denn Aeryn packte John am Arm, warf ihn herum und presste ihn mit einem Fuß quer über dem Hals auf den Boden.

„Hey, warum zeigst du nicht einen der Kämpfe, die ich gewonnen habe.“ Beschwerte sich John.

Aeryn lächelte. „Sobald du einen gewinnst, können wir das tun.“

John drehte sich zu DK um. „Vertrau mir, ich werde nicht immer von Mädchen geschlagen. Manchmal gewinne ich sogar.“

Kampfsport war etwas, woran John nie Interesse hatte, oder wofür er Zeit hatte, in seinem früheren Leben. Es war nur ein weiteres Anzeichen dafür, wie sehr er sich verändert hatte.

Das letzte Bild zeigte John und seine Schiffskameraden, wie sie um einen großen Tisch saßen, der mit Platten und Schüsseln bedeckt war, die eine Auswahl ziemlich verschiedenfarbiger Substanzen enthielten. John lachte und schien glücklich zu sein, denn er stand auf und hob seinen Becher für einen Toast.

„Erinnerst du dich, das war nach unserem Besuch auf Niskayuna? Das war eine tolle Party,“ sagte John zu Aeryn Sun.

„Genau,“ sagte Aeryn. „Du hast jeden unter den Tisch getrunken und gegessen, einschließlich Rygel.“

John grinste.

Das letzte Bild flackerte in der Luft und verschwand dann.

„Das gehört euch,“ sagte John. „Ihr könnt das Bild einfrieren, wenn ihr die Kugel berührt so lange sie es anzeigt. Die Batterien sollten für etwa einhundert Erdenjahre reichen. Lasst es nur nicht einen der Techniker öffnen.“

„Danke.“ Sagte Jack Crichton. Er wusste dass dieses einfache Wort nicht geeignet war zu beschreiben wie er sich fühlte. Es war interessant die Bilder von Johns Freunden zu sehen, aber es waren die Bilder seines Sohnes, die er wie einen Schatz bewahren würde. Er war dem Alien Zhaan unendlich dankbar für die Vorausschau sie mit hinzuzufügen.

„Der Datenkern ist für DK,“ sagte John. Er schwamm hinüber, um das schwarze Objekt von seinem Vater zu nehmen und es dann seinem Freund zu geben.

„Öffne es. Ganz auf, so dass es flach ist,“ wies John ihn an.

DK machte es so.

„Hier ist das, was ich euch versprochen habe, um euch Jungs hier hoch zu bringen,“ sagte John

„FTL?“ fragte DK mit ehrfürchtiger Stimme.

„Die Pläne für den Hetchantrieb, ja.“ Sagte John. „Aber nur die Pläne zu haben wird nicht reichen. Auch die Herstellung ist da drin, aber die Treibstoffquelle ist abhängig von ein paar exotischen Isotopen. Ich konnte mich einfach nicht mehr daran erinnern wie häufig sie auf der Erde waren. Vielleicht müsst ihr im Asteroidengürtel etwas suchen um sie zu finden.“

DK nickte.

„Es sind auch noch ein paar andere Spielzeuge da drin.“ Sagte John. „Wie man ein Feld zur Schwerkraftmanipulation herstellt, für den Anfang. Es wird euch die Gravitation auf dieser Station kontrollieren lassen oder ihr benutzt es, um die Kraft geometrisch zu reduzieren, die man braucht um von der Erde abzuheben.“

„Einheitliche Feldtheorie? Quantenmechanik?“ fragte DK. Wenigstens einer wusste worüber John eigentlich redete.

„Ein bisschen von beidem,“ sagte John. „Es gibt auch noch Baupläne für eine Fusionsenergiequelle.“

„Kalte Fusion?“

„Nein, eher lauwarm. Aber es ist sicher und billig, und wird genug Energie für die nächste Generation von Raumschiffen liefern, bis ihr den Hetchantrieb gebaut und zum laufen gebracht habt. Hier, lass mich dir zeigen wie du auf die Datenmodelle zugreifen kannst,“ sagte John. Er drückte einen Knopf an der Seite des Alienlaptops.

Ein Bild erschien über dem Laptop. Es enthielt etwas, das für das ungeübte Auge wie Sätze in einem Alienalphabet oder wie Gleichungen aussah, gefolgt von einer Reihe dreidimensionaler Graphiken. Innerhalb von Minuten hatten die Jungs die Köpfe über das Laptop gebeugt, mit DK der die Fragen nur so abfeuerte und John der sein bestes tat sie zu beantworten.

Als er ihnen zusah, hatte er einen Moment lang das Gefühl, dass die letzten drei Jahre nur ein schlechter Traum waren. Was war normaler als DK und John dabei zuzusehen, wie sie über Ideen brüteten, wissenschaftliche Durchbrüche schufen, während sie Theorien austüftelten, von denen Jack Crichton wusste, dass er sie niemals verstehen würde.

John hatte seine Liebe zum Raum von seinem Vater geerbt, aber sein Talent zur Wissenschaft bekam er von seiner Mutter. John war wie gefesselt als die IASA ihn für ihr Programm annahm, denn es gab ihm die Chance seine beiden Leidenschaften zu befriedigen. Aber es waren diese Leidenschaften, die zu seinem Sturz führten, denn sie hatten ihn zum Farscapeprojekt gebracht, das ihn schließlich ultimativ von der Erde weg führte.

Während der letzten drei Jahre hatte sich Jack Crichton für den Verlust seines Sohnes verantwortlich gemacht. Wenn er John doch nur nicht ermutigt hätte, sich für das Raumprogramm zu melden. Aber nur ein Astronaut zu sein reichte John nicht, stattdessen musste sich John selbst etwas beweisen, indem er eine völlig neue Art von Raumfahrzeug baute und testete. Er war so stolz auf seinen Sohn, der große Träume hatte und das Talent sie zu verwirklichen.

Und dann hatte es so ausgesehen, als hätten seine Träume John das Leben gekostet. Und möglicherweise hatten sie das auch. Nicht wörtlich, denn John war noch immer am Leben. Aber es war etwas Wahres an dem, was John gesagt hatte, sein altes Leben war vorbei und konnte nie mehr zurück geholt werden.

Er fühlte eine Berührung an der Schulter, und sah hinüber, nur um Aeryn zu erkennen die zu ihm gekommen war.

„Dein Sohn bewundert dich wirklich sehr,“ sagte sie sanft.

Jack Crichton sah durch das Abteil. John und DK waren tief in technische Diskussionen versunken und schenkten ihren Begleitern keine Aufmerksamkeit.

„Ich bin stolz auf ihn,“ sagte Jack Crichton. Er konnte nicht anders als sich nach der Natur der Beziehung von John und Aeryn zu fragen. Waren sie Freunde? Liebende? Oder irgendetwas dazwischen? Ein Teil von ihm sagte, dass John es ihm erzählt hätte, wenn er wollte, dass er es wusste. Aber der andere Teil wollte danach fragen, auch wenn er wusste, dass jede Antwort von den Analysten auf der Erde aufgezeichnet und tausende Male abgespielt werden würde.

„Aus ihm ist ein guter Krieger geworden,“ meinte Aeryn Sun.

John Crichton runzelte die Stirn.

„Das gefällt dir nicht?“

„Mein Sohn war ein Träumer, Ein Wissenschaftler,“ sagte er. „Kein Krieger.“

Er wollte seinen Sohn zurück. Den John Crichton, der über die Reise zu den Sternen mit Ehrfurcht in der Stimme gesprochen hatte. Der von großen Erforschungen und neuen Entdeckungen träumte. Den, der einmal gesagt hatte, dass die Begeisterung, wenn sich eine seiner Theorien als richtig erwies, das größte auf der Welt sei.

„Ich verstehe. Aber er musste sich verändern um zu überleben. Die Unerforschten Territorien sind weder einfach noch vergeben sie etwas.“ Sagte Aeryn Sun.

Und sie hatten seinen Sohn die Unschuld gekostet. Er konnte es sehen, in Johns Augen und an den neuen Linien in seinem Gesicht.

Irgendwo auf diesem Weg war John verletzt worden, und er hatte gelernt was töten hieß. Jack hätte alles dafür gegeben, um seinen Sohn vor diesem Wissen zu beschützen.

„Man hat ihn da draußen ziemlich schwer verletzt, ist es nicht so?“ fragte Jack Crichton.

Dunkle Augen betrachteten ihn mitleidig. „Ja,“ sagte Aeryn Sun und bestätigte damit seine schlimmsten Befürchtungen. „Zhaan würde sagen, dass er eine Zeit lang sein Zentrum verloren hatte, seinen Sinn dafür, wer er war. Aber er hat den Weg zu sich selbst zurück gefunden.“

Aeryn ging nicht näher darauf ein, was John in diesen Zustand gebracht hatte und Jack Crichton fragte nicht. Er glaubte nicht dass er es ertragen konnte das zu wissen. Nicht jetzt.

„Mach dir keine Sorgen,“ sagte Aeryn, sie griff nach ihm und berührte seinen Arm zögernd, als wäre sie in solchen Gesten ungeübt. „Er ist immernoch Crichton. Immernoch freundlich. Immernoch stur. Immernoch macht er sich, viel mehr als gut für ihn ist, Sorgen um andere, und versucht ihnen zu helfen, egal ob man ihn darum bittet oder nicht.“

„So wie dir?“

„Wie mir,“ stimmte Aeryn zu. „Ich war ein Peacekeeper. Ein Krieger. Dann verbannten mich meine eigenen Leute, weil ich durch den Kontakt mit einer unbekannten fremden Lebensform unumkehrbar kontaminiert war. John hätte mich zum Sterben zurücklassen können, aber das tat er nicht. Er bestand darauf, dass ich mit ihm komme und brachte mich an Bord von Moya. Zuerst habe ich ihm seine Einmischung übel genommen, aber schließlich entdeckte ich, dass mehr am Leben war, als ich geglaubt hatte.“

Als sie ihm eines ihrer seltenen Lächeln zeigte, konnte Jack sehen warum sein Sohn so fasziniert von ihr sein musste.

„Sie passen auf ihn auf,“ sagte Jack.

„Und er passt auf uns auf. Schiffsgenossen. Kameraden,“ sagte Aeryn.

Das war weniger die Antwort auf die er gehofft hatte, denn sie ließ die genaue Art von Johns und Aeryns Beziehung immernoch offen. Aber er versuchte Trost in ihren Worten zu finden, und in dem Wissen, dass John heute nicht mehr leben würde, wenn da nicht diese seltsamen Kreaturen wären, mit denen er befreundet war.

Aeryn legte den Kopf schief und sah ihn an. „Ich werde dir das selbe sagen, wie dem Alien, das deine Gestalt auf der falschen Erde angenommen hatte. Mach dir keine Sorgen. Ich werde John beschützen. Ich werde für seine Sicherheit sorgen,“ versprach Aeryn Sun.

Internationale Raumstation, Ereigniszeitpunkt +18.56

„Wenn ich die Zeit gehabt hätte, dann hätte ich mehr von den Theorien einprogrammiert, mehr als nur die Darstellungen. Aber das sollte in Ordnung gehen. Du weißt wie ich denke, du wirst es schon schaffen das herauszufinden.,“ sagte John.

DK fühlte sich wie ein Kind im Spielzeugladen, oder wie sich Sir Isaak Newton gefühlt hätte, wenn ihm jemand ein Buch über Quantenphysik gegeben hätte. Es würde Monate dauern, vielleicht sogar Jahre, all das Wissen zu erforschen, das John in diesen Alienlaptop gepackt hatte. Die Möglichkeiten waren faszinierend.

„Und lass dich bloß nicht einschüchtern. Die Sebacianer haben uns vielleicht etwas voraus, aber sie kennen nicht alle Antworten. Sie sind nie auf den Farscape-Effekt gekommen, das ist schon mal ein Punkt für uns. Vertraue deinen Instinkten. Du wirst es schaffen,“ versicherte John ihm.

„Es ginge mir besser, wenn ich meinen alten Wissenschaftspartner hätte,“ sagte DK.

„Du hast keine Ahnung wie oft ich mir wünschte, dich dort zu haben, um mir dabei zu helfen diesen ganzen Kram zu verstehen,“ sagte John. „Aber dann wieder, war ich dankbar dafür, dass ich wusste dass du sicher bist, hier zu hause.“

Sicher. Wieder dieses Wort. Es war klar dass, wie aufregend Johns Leben auch gewesen sein mochte seit er in dieser fremden Galaxie ankam, das Wort „sicher“ nicht mehr zu seinem Vokabular gehörte.

DK fragte sich, ob Jack Crichton bemerkte, wie viel sein Sohn mit seinen Geschichten über die Unerforschten Territorien verbarg. Er versteckte die Wahrheit, ging über die schlechten Teile hinweg, versuchte sie zu schützen.

John konnte seinen Vater zum Narren halten. Das hatte er schon früher getan. Bis zum heutigen Tage ahnte Jack Crichton nicht, dass der kleine Blechschaden, den John während des Colleges hatte, tatsächlich ein ziemlich ernster Unfall war, bei dem der Wagen, in dem er fuhr, frontal von einem Betrunkenen gerammt wurde. John landete mit gequetschten Rippen und einer schweren Gehirnerschütterung im Krankenhaus. John wollte seinen Vater nicht beunruhigen, und so hatte er den Unfall vertuscht. Aber DK kannte ihn besser und hatte ihm die Wahrheit entlockt.

Nachdem Johns Mutter starb, waren John und sein Vater näher zusammengerückt, während sie versuchten aufeinander acht zu geben. John wollte seinen Vater nie beunruhigen. Er sagte, er hätte schon genug Unruhe damit, die Zwillinge aufzuziehen. Selbst an diesem schicksalshaften Tag war es DK, dem John in letzter Minute seine Zweifel anvertraute, Zweifel, die sich später als unheimliche Vorahnung erwiesen. Als Colonel Jack ankam, schob John seine Zweifel schnell beiseite und setzte für seinen Vater ein überzeugtes Gesicht auf.

John war mehr als ein Freund, er war der Bruder, den DK niemals hatte. Und seit über drei Jahren hatte DK nun schon mit dem Wissen gelebt, dass er mitgeholfen hatte, ihn zu töten.

„Die ganze Zeit dachte ich es sei meine Schuld.“ Gab DK zu. „Wenn wir doch nur gewusst hätten, was die meteorologischen Daten uns sagen wollten. Wenn wir die Strahlenwelle früher bemerkt hätten, und wenn ich dich nur hätte warnen können, so lange noch Zeit zum Abbruch war. Wenn…“

„Hey,“ sagte John und fasste ihn an der Schulter. „Es war nicht deine Schuld. Es war niemandes Schuld.“

„Aber wenn wir den Test nur für eine einzige Stunde verschoben hätten, nur lang genug um die Daten abzugleichen, dann wäre nichts von alldem passiert.“

„Du musst aufhören so zu denken. Als ich das erste Mal in die Unerforschten Territorien kam, war das alles woran ich denken konnte. Wenn ich nur dies getan hätte, oder wenn wir nur das gemacht hätten. Es hat lange gedauert zu begreifen dass es nichts bringt weiter darüber nachzudenken. Was geschehen ist, ist geschehen. Ich war zur falschen Zeit am richtigen Ort. Es war eine Chance von eins zu einer Milliarde, aber sie war da.“

DK hob den Blick und sah in Johns Augen. Es gab keine Spur von Verurteilung, wie er sie zu finden erwartet hätte.

„Es war nicht deine Schulde,“ wiederholte John.

DK fühlte, wie sich der Knoten in ihm löste.

„Es geht ziemlich rau da draußen zu, oder?“ fragte er. So einfach wollte er ihn nicht davon kommen lassen.

John nickte. „Das kann es sein. Aber es kann auch wundervoll sein, so wie wir es uns als Kinder erträumt haben. Ich habe gesehen wie die Zwillingssonnen von Ionna Drei aufgingen, und habe nach Mineralien in den Ringen eines Gasriesen gejagt. Ich habe schwebende Städte und Raumkolonien gesehen. Ich habe Aliens jeder nur vorstellbaren Art getroffen, einschließlich solcher Wesen, die als reine Energie existieren, nur zusammengehalten durch ihr eigenes Bewusstsein. Ich war einer Quantensingularität so nahe, dass ich sie mit meiner Hand hätte berühren können.“

„Ein schwarzes Loch?“

„Ein schwarzes Loch,“ sagte John mit einem Grinsen. „Ich hätte es beinahe berührt und mich aufgelöst, und bin während des nächsten Tages in die Zeit rein- und rausgerutscht.“

In die Zeit hinein- und wieder hinausgerutscht. Plötzlich beneidete er John für alles was er gesehen hatte und was er tun konnte.

„Ein Teil von mir wünscht sich, mit dir gehen zu können, aber ein anderer Teil weiß, dass mich die Angst um den Verstand bringen würde,“ gab DK zu.

„Da ist was dran. Manchmal habe ich auch Angst. Aber ich habe eine Menge über mich selbst da draußen gelernt. Ich habe gelernt, dass ich viel stärker sein kann als ich es mir jemals erträumt hätte.“

Tatsächlich war es offensichtlich, dass John eine Feuerprobe durchlaufen hatte. DK fragte sich, ob John wusste wie ähnlich er seinem Vater in den letzten drei Jahren geworden war.

„Nebenbei bemerkt würde mich Melissa töten, wenn ich mit dir gehen würde,“ sagte DK.

„Melissa? Melissa Sullivan vom JPL? Ihr seid immernoch zusammen?”

„Seit zwei Jahren verheiratet. Und diesen Frühling erwarten wir unser Erstgeborenes,“ sagte er mit dem idiotischen Grinsen, das er immer trug, wenn er an seine Frau und das Kind dachte, das sie erwarteten.

„Du? Ein Baby? Du glücklicher Bastard,“ sagte John. „Gratulation.“

„Es ist komisch an mich als Vater zu denken, ich weiß,“ sagte DK. Er bemerkte den Unterschied zwischen ihnen, als er begriff dass sein Leben den zwangsläufigen Weg weiter gegangen war, während Johns Leben zu einem seltsamen Abenteuer wurde. „Und dann tauchst du auf, kommst zurück zur Erde wie John Carter, begleitet von einer Alienprinzessin.“

„Prinzessin?“ fragte John skeptisch.

DK nickte in Aeryn Suns Richtung.

Das Stirnrunzeln auf Johns Gesicht verschwand „Oh, du meinst Aeryn. Aeryn ist wunderbar, aber wenn du sie weiterhin von ihrer guten Seite erleben willst, dann solltest du sie lieber eine Kriegerin nennen. Und benutze ja nicht das Wort Prinzessin. Das beschwört nur schlechte Erinnerungen herauf, für uns beide.“

„Wie du siehst, habe ich keine Ahnung worüber du redest,“ sagte DK.

„Das ist eine lange Geschichte,“ sagte John. „Lass es mich einfach so ausdrücken: Man sollte vorsichtig damit sein, wen man küsst.“

Internationale Raumstation, Ereigniszeitpunkt +21.30

Jack Crichton sah zu, wie John den Löffel in das Glas mit Erdnussbutter tauchte, und eine weitere großzügige Portion hervorholte. Sein Ausdruck war der puren Genusses, als er davon probierte.

Etwas früher hatte sich das Stationspersonal versammelt und eine schnelle Mahlzeit miteinander geteilt. Es war alles ziemlich überfüllt, aber niemand schien das zu bemerken. Sogar die Crew des X-44 wurde zurück gerufen, es wurde ihnen gestattet anzudocken und hereinzukommen, um die Besucher zu treffen.

Aeryn Sun hatte die Erdnussbutter probiert, einen zweiten Versuch jedoch höflich abgelehnt und hatte stattdessen eine der abgepackten Malzeiten gegessen, die für die Stationscrew waren. John lehnte alle anderen Angebote ab, indem er seine Absicht erklärte, nichts außer Erdnussbutter zu essen, bis er den gesamten Vorrat, den DK ihm von der Erde mitgebracht hatte, konsumierte hätte.

Die Crew der Station war höflich, aber sie schwärmten um John und Aeryn herum und fanden immer neue Entschuldigungen, um in ihrer Nähe zu sein oder an der Unterhaltung teilzunehmen. Die sechs Personen, die die Injektion mit den Übersetzermikroben angenommen hatten, waren als Übersetzer für die anderen schwer beschäftigt. Die Crew bot ihnen Geschenke an, die aus den wenigen persönlichen Luxusgütern stammten, die sie zur Station mitbringen durften. John lehnte die meisten davon ab, aber es gab einige Dinge, denen er nicht widerstehen konnte. Eine tragbare digitale Medieneinheit, die fünfhundert Bücher enthielt und tausende Stunden Musik. Einen Monatsvorrat Kaffee. Und digitale Fotos des Treffens und von DK und Johns Familie.

Die Erde schickte ihnen einen Wust an Botschaften und Instruktionen. Es gab Einladungen mit dem Präsidenten zu sprechen, dem Generalsekretär der UN und verschiedenen anderen Staatsoberhäuptern. John und Aeryn hatte sie alle abgelehnt. Ebenso hatten sie das Angebot der IASA abgelehnt, Medieninterviews zu arrangieren. Sie bestanden darauf, dass sie keine Zeit für solche Dinge hatten.

John hatte das Angebot der IASA angenommen, Videounterhaltungen mit seinen Schwestern Melissa und Ruth zu organisieren. Geboren ein Dutzend Jahre nach John, waren die Zwillinge gerade im College, als ihr älterer Bruder, den sie vergötterten, scheinbar starb. Sie hatten nie die Möglichkeit John aus der Sicht eines Erwachsenen kennenzulernen.

Jack hatte ihm während dieser Gespräche Gesellschaft geleistet, die beide freundlich aber auch schmerzhaft ungeschickt waren. Wie er selbst, waren die Mädchen begeistert festzustellen, dass John am leben war, doch dann waren sie verwirrt von Johns Beharren darauf, dass dies nur ein Besuch wäre und keine Heimkehr.

Von Seiten des State Departments, hatte Walter Klein das Asylangebot für Aeryn Sun wiederholt und John seine Sicherheit garantiert. Als dieses Angebot zurückgewiesen wurde, wiederholten es einige andere Länder mit dem selben Resultat.

Hiro Tanaka hatte nach DNA Proben von John und Aeryn gefragt und bekam sie auch. Bald schon wären diese Proben und die Aufzeichnungen der einzig handfeste Beweis, dass sie je hier gewesen waren.

Jack Crichton beobachtete seinen Sohn mit gierigen Augen. Er spürte, dass ihnen die Zeit davon lief. In weniger als einer Stunde hatte John vor, sie zu verlassen und er musste immernoch einen Weg finden ihn vom Bleiben zu überzeugen.

Seine Überlegungen wurden von Alexei Kirillov unterbrochen, der ihm auf die Schulter tippte.

„Colonel Blackwell würde sie gern im Kontrollzentrum sprechen,“ sagte der russische Kosmonaut.

Jack sah hinüber zu John, der gestikulierend versuchte, einem faszinierten Publikum von Wissenschaftlern etwas zu erklären. Aeryn Sun war nirgendwo zu sehen. Sie hatte das Angebot einer Führung durch den X-44 angenommen und diskutierte mit dem Piloten über das Fliegen. Sie würden ihn nicht vermissen.

Jack folgte Alexei Kirillov in das Kontrollzentrum, wo er Colonel Sarah Blackwell vorfand, die ihr Headset absetzte.

„Danke Alexei,“ sagte sie. „Gib uns eine Minute, ja?“

Alexei Kirillov nickte, und verschwand wieder in Richtung Hauptwohnhabitat.

„Was ist los?“ fragte Jack.

„Das war die IASA,“ sagte Colonel Blackwell. Sie hob die rechte Hand und rieb sich die Rückseite ihres Nackens. Sie rollte den Kopf, um die Steife loszuwerden.

„Und haben unsere Freunde da unten irgendwelche nützlichen Anweisungen?“

„Sie hatten zwei Neuigkeiten. Zunächst einmal haben die Medien die Geschichte geknackt. Natürlich haben sie die Einzelheiten falsch verstanden, aber zumindest ein Nachrichtensender sagt, dass ein außerirdisches Raumschiff die Raumstation übernommen hätte und dass dies der Vorbote einer außerirdischen Invasion sei. Die IASA dementiert das natürlich, aber der Schaden ist angerichtet.“

Er hatte sich gefragt wie lange es bei einer so guten Geschichte dauerte, bis sie heraus kam. Es waren einfach zu viele Leute daran beteiligt, um die Geheimhaltung zu bewahren. Nicht wenn die Nachrichten so phantastisch waren. Und es würde auch nicht mehr lange dauern bis einige der Nachrichtenagenturen die Teile zusammenfügten und auf die richtige Antwort kamen. Einen Kampfhubschrauber in der Vorstadtnachbarschaft zu landen mochte vielleicht der schnellste Weg für die IASA gewesen sein, um ihn herzuholen, aber es war keineswegs der diskreteste. Alles was jemand tun musste war, zu bemerken dass Colonel Jack Crichton und Doktor David Kroger Teil des X-44-Startes waren, die Punkte zusammenzuzählen und schon kam er auf Johns Namen. Und damit verschwanden alle Hoffnungen darauf, Johns Heimkehr geheim zu halten.

„Was hatten sie sonst noch zu sagen?“ fragte er.

„Sie haben mir dringend empfohlen einen Weg zu finden, Commander Crichton davon zu überzeugen, dass er bis nach dem Verstreichen seiner Deadline bei uns bleibt,“ sagte Colonel Blackwell.

„Dringend empfohlen,“ sagte Jack Crichton und wiederholte die Betonung, die sie auf diese Wendung gelegt hatte.

Colonel Blackwells Augen trafen die seinen. Er war selbst ein Veteran mit zwanzigjähriger Dienstzeit. Sie wussten beide was es hieß, wenn das Kommandozentrum eine Vorgehensweise ‚dingend empfahl’. Es gab keinen Grund für si,e es zu erklären aber zu seiner Überraschung tat sie es.

„Washington hat gerade durchblicken lassen, ich solle alle notwendigen Maßnahmen ergreifen um John aufzuhalten. In seinem eigenen Interesse, natürlich,“ sagte sie.

„Natürlich,“ sagte er. Er spürte wie ein langsamer Ärger in ihm zu brennen begann. Er wollte nicht dass John fort ging. Aber genauso wenig wollte er sehen, wie man John zu etwas zwang.

„Selbstverständlich hat die IASA ihr Veto gegen diese Empfehlung eingelegt, und der Sicherheitsberater in Washington hat schnell einen Rückzieher gemacht. Er behauptete, dass er niemals meinte, ich solle Gewalt anwenden um John zum Hierbleiben zu zwingen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis sich diese Empfehlungen in Befehle wandeln,“ sagte sie. „So wie es aussieht haben wir Glück. dass die Farscape nicht an der Station angedockt hat. Ansonsten hätten sie mir schon vor Stunden befohlen sein Schiff zu beschlagnahmen.“

Jack Crichton sah sie an und fragte sich, was sie wohl tun würde. Er kannte Sarah Blackwell nur dem Ruf nach, aber ihr Ruf war durchaus gut. Und John hatte ihr vertraut, was ein Punkt zu ihren Gunsten war.

„Und werden sie das tun?“ fragte er. Er wusste dass er einen Weg finden musste sie aufzuhalten, sollte sie sich für den Versuch entscheiden, John gegen seinen Willen festzuhalten.

„Niemals,“ sagte sie. „Und es ist mir egal ob die Rekorder diese Antwort aufgeschnappt haben und ich mich niedergeschlagen von einem Fährenpiloten wiederfinde, wenn diese ganze Sache vorbei ist. Ich gebe gar nichts darauf was die IASA und die Regierung denken, sie besitzen John nicht. Er hat es verdient seine eigenen Entscheidungen zu fällen.“

„Was glauben sie, wie lange haben wir noch, bevor sie einen Befehl daraus machen?“

„Sie kennen die Deadline ebenso wie wir,“ sagte Colonel Blackwell. „Darum habe ich Alexei auch angewiesen, dass wir von nun an Kommunikationsprobleme haben werden. Die Rekorder laufen immernoch, aber wir werden keine Transmission mehr von der Erde bestätigen, bis das hier vorbei ist, so oder so.“

Jack wusste, dass er zusah, wie ein talentierter Offizier seine Karriere zerstörte. Sobald die IASA bemerkte was sie getan hatte, würde man Colonel Blackwell auf die Erde zurückbeordern und sie degradieren. Sie konnte auch vors Kriegsgericht gebracht und des Verrates angeklagt werden, falls sie es zu Ende brachte und sich einem direkten Befehl des Präsidenten widersetzte.

„Vielleicht kommt es nicht so weit,“ sagte er. „Ich versuche immernoch zu ihm durchzudringen und ihn davon zu überzeugen hierzubleiben.“

Der Blick, den Colonel Blackwell ihm schenkte war mitleidig. „Sie wissen welches Leben er dort unten hätte. Ist es das, was sie für ihren Sohn wollen?“

„Also soll ich ihn einfach fort lassen? Ihn einfach aus meinem Leben gehen lassen und wissen, dass er niemals zurück kehrt?“ fragte Jack Crichton.

„Sehen sie es als Geschenk,“ sagte Colonel Blackwell. „Vor vierundzwanzig Stunden wussten sie noch nicht einmal dass er noch lebt.“

Internationale Raumstation, Ereigniszeitpunkt +22.15

Die Zeit lief ab. Er konnte sie beinahe ticken hören während sich Johns Deadline näherte.

Der Rest der Stationscrew hatte sich längst verabschiedet und war auf ihre Dienstposten zurück gekehrt. Sogar das Kontaktteam war auf Colonel Blackwells Bitte hin gegangen und leistete ihr im Kommandomodul Gesellschaft, damit er, DK, John und Aeryn Sun sich in Ruhe verabschieden konnten.

„Ich weiß, es war selbstsüchtig von mir herzukommen. Es wäre vielleicht einfacher für euch gewesen, wenn ihr weiter angenommen hättet ich sei tot,“ sagte John. „Aber ich musste euch noch einmal sehen und mir selbst die Möglichkeit geben, mich von meinem alten Leben zu lösen.“

„Du musst nicht loslassen,“ sagte Jack Crichton. „Es gibt keinen Grund warum du nicht bleiben können solltest, selbst wenn sich Aeryn Sun entscheidet in ihre Galaxie zurückzukehren.“

„Nein,“ sagte John.

„Wenn Aeryn bleiben wollte, würdest du es dann auch?“

„Natürlich,“ sagte John automatisch.

„Ihr Beide seid mehr als Freunde,“ sagte Jack Crichton. Er stellte das Offensichtliche fest.

John drehte seinen Kopf und lächelte wehmütig während er einen Blick auf Aeryn Sun warf, die mit DK sprach. Kurz zuvor hatte Aeryn ihre Position an der sekundären Luftschleuse wieder eingenommen. Es mochte ein Zufall sein, aber Jack hatte das Gefühl, dass sie ihren Fluchtweg bewachte und nichts dem Zufall überließ.

„Ich liebe sie und ich weiß dass sie mich liebt,“ sagte John, dann drehte er sich wieder zu seinem Vater um. „An manchen Tagen reicht das. An manchen Tagen nicht.“

„Was meinst du damit?“

„Es ist nicht so, dass ich sie bitten könnte mich zu heiraten und ihr ein ‚glücklich bis ans Ende ihrer Tage’ versprechen könnte. Wie kann ich sie bitten meine Zukunft zu teilen, wenn ich nicht einmal sicher bin, dass ich eine habe. Wir könnten für die nächsten vierzig Zyklen zusammen sein oder es ist ein Arn nachdem wir zurück gekehrt sind vorbei.“

„Aber wenn es derart unsicher ist, warum bleibst du dann nicht hier? Selbst wenn sie dich für die erste Zeit unter Quarantäne stellen, wärst du letztlich in Sicherheit,“ sagte Jack Crichton.

John schüttelte den Kopf. „Nein. Ich werde mein Leben nicht eingesperrt in einem Käfig verbringen. Da ergreife ich lieber meine Chance in den Unerforschten Territorien. Wir haben schon früher harte Zeiten überlebt, wir können es wieder. Und mit etwas Glück finden wir eines Tages einen Ort wo wir, Aeryn und ich, beide sicher sind.“

Ein Teil von ihm wollte dagegen halten, wollte John überzeugen zu bleiben. Aber ein anderer Teil wusste wie egoistisch das war. Sein Hierbleiben würde sein Gewissen beruhigen, aber wäre John wirklich sicher? Was für ein Leben hätte John, wenn er auf der Erde blieb? Selbst Colonel Blackwell glaubte, dass John jedes Recht hatte, vorsichtig zu sein.

Er musste die bittere Wahrheit akzeptieren, dass er seinen Sohn nicht schützen konnte. Er konnte ihm keine Sicherheit versprechen oder ihn nach Hause bringen. Sein Einfluss bei der IASA, sein Ruhm, alle Gefallen die er über die Jahre angesammelt hatte, waren nutzlos. Nichts was Jack Crichton tat oder sagte würde die Entscheidungen ändern, die auf der Erde getroffen wurden. Schon waren die Offiziellen der Regierung bereit John gegen seinen Willen festzuhalten. Und einmal unter Aufsicht, würde John dort nie wieder herauskommen. Und falls doch, dann tauschte er nur ein Gefängnis gegen ein anderes. Wenn die Geschichte schließlich bekannt wurde, dann würde aus John der berühmteste Mann der Welt werden. Der erste Mensch, der den unwiderlegbaren Beweis für außerirdisches Leben erbrachte, und das Wissen über Dutzende von Alienzivilisationen. Es würde keinen Ort geben an dem er sich verstecken konnte, keine Chance auf ein normales Leben.

Jack Crichton schloss die Augen und dachte an all die Dinge, die er sich für seinen Sohn gewünscht hatte, Dinge die John nun niemals haben würde. Eine Frau. Eine Familie. Unsichere Schritte und Teddybären. Spiele der Kinderliga und Forschungsprojekte. Zahnspangen und Fahrstunden. Die Möglichkeit seine Kinder aufwachsen zu sehen bis zu dem Tag an dem man begriff, dass sie einen längst überholt hatten. Er trauerte um diese Dinge und er trauerte auch um sich selbst, um die Enkelkinder, die er niemals kennenlernen würde, und den Sohn, den er verloren glaubte und den er nun noch einmal aufgeben musste.

„Dad, bist du okay?“ fragte John.

„Mir geht es gut,“ sagte Jack Crichton und öffnete die Augen. Er nahm all seinen Kummer und schob ihn von sich, wie er es schon Jahre zuvor getan hatte. Er war nicht fort, nur für einen Moment verbannt. Aber jetzt konnte er sich nicht von seinen Emotionen beherrschen lassen. Es gab immernoch Dinge die er tun musste. Die er sagen musste. Er würde diese letzten Momente, in denen er seinen Sohn noch hatte, nicht ruinieren. Für Kummer gab es später immernoch Zeit.

Er hatte drei Jahre Zeit, um aus seinem Bedauern zu lernen und sich an all die Dinge zu erinnern die man sagen und nicht sagen sollte.

„Ich weiß, dass du glaubst, du könntest nicht bleiben,“ sagte Jack Crichton. „Und ich verstehe es.“

„Wirklich?“ fragte John, seine Stimme hob sich ungläubig.

„Ich verstehe es,“ sagte Jack Crichton. Er legte alle Überzeugung in seine Stimme, die er aufbringen konnte. „Ich bin nicht glücklich darüber. Ich wünschte wir könnten die Uhr zurückdrehen und einen Weg finden, dich sicher nach hause zurück zu bringen. Aber ich weiß, dass du das richtige tust, für dich und für Aeryn Sun.“

Manchmal musste ein Vater seinen Sohn anlügen, um ihm glaubhaft zu machen, dass die Welt einen Sinn ergab und dass alles gut gehen würde, trotz aller Beweise für das Gegenteil. Es war der einzige Trost, den er bieten konnte.

„Ich habe es wirklich gebraucht, das von dir zu hören,“ sagte John. Die Trübsal verschwand aus seinen Augen. „Und ich möchte, dass du dir keine Sorgen um mich machst. Ich werde okay sein. Vertrau mir.“

Wie konnte er sich keine Sorgen machen? „Es ist das Vorrecht eines Vaters sich zu sorgen, wenigstens ein bisschen.“ Sagte Jack Crichton. Er wusste, dass er sich über John an jedem Tag seines restlichen Lebens wundern würde.

„Okay, aber versuche dir nicht zu viele Sorgen zu machen. Mir wird es gut gehen.“ Sagte John

Es war ein Versprechen, das John unmöglich machen konnte. Aber er musste seinen Vater dazu bringen ihm zu glauben, oder wenigstens so zu tun als ob.

„Ich weiß, dass es so sein wird. Und erinnere dich daran, dass du zuhause eine Familie hast die dich liebt und stolz auf dich ist,“ sagte Jack Crichton.

„Danke,“ sagte John. Er hielt sich mit der linken Hand fest, griff hinüber und legte den rechten Arm um seinen Vater.

Jack Crichton gab die Umarmung zurück und wünschte sich, er könnte diesen Moment für immer einfrieren.

„Ich weiß nicht, ob es für mich jemals sicher genug sein wird, um zurück zu kommen. Aber egal was auch passiert, ich bin immernoch dein Sohn,“ sagte John. „Ich tue mein bestes um der Mann zu sein, den du dir gewünscht hast.“

„Sei einfach nur du selbst, das ist alles, was ich jemals wollte,“ antwortete Jack Crichton und ließ seinen Sohn schließlich los. „Ich könnte nicht stolzer auf dich sein als ich es ohnehin schon bin.“

John schluckte hart und nickte, blinzelte die Tränen aus seinen Augen. Jack Crichton wusste, dass auch seine Augen inzwischen feucht waren.

Ein Läuten wurde hörbar und beide Männer sahen zu Aeryn Sun hinüber.

„Es ist Zeit,“ sagte sie.

John stieß sich von der Wand ab und trieb durch das Modul, während Jack Crichton ihm folgte.

„Bruder DK,“ sagte John, als er die Luftschleuse erreichte. „Pass gut auf Melissa und deine neue Familie auf, hast du mich gehört?“

„Das werde ich. Und du pass auf dich selbst auf. Versuch noch ein paar Dinge für uns zum Entdecken übrig zu lassen, sobald wir die Sterne erreicht haben.“ sagte DK mit einem Grinsen, das seine Augen nicht ganz erreichte. Er fasste hinüber und legte die Hand auf Johns Schulter.

„Halt dich aus Schwierigkeiten heraus, hörst du?“

„Das werde ich,“ versprach John.

„Aeryn, es war wunderbar dich zu treffen. Pass gut auf unseren Jungen auf und halt ihn auf dem Teppich, okay?“ bat DK sie.

„Ich werde daran denken, dass John nur ein Mensch ist,“ sagte sie mit einem bösen Lächeln.

Es war ein Aufblitzen von Humor, das sehr im Gegensatz zu ihrer ernsthaften befehlsgewohnten Erscheinung stand, die sie sonst zeigte. Er bemerkte, dass es unerwartete Tiefen an dieser Frau gab und wünschte, er hätte die Möglichkeit sie näher kennenzulernen. Es war ein weiteres Bedauern, das er der langen Liste von Dingen, die er bedauerte, hinzufügte.

Jack Crichton nahm ihre Hand in seine. „Aeryn Sun, es war mir eine Ehre und eine Freude ihre Bekanntschaft zu machen. Es tut mir nur leid, dass wir nur so wenig Zeit hatten. Aber ich bin dankbar dafür, dass sie mit John herkamen und bin glücklich zu wissen, dass er eine so gute Freundin hat,“ sagte er. Er beugte sich nach vorn und küsste sie auf die Stirn, als sei sie eine seiner Töchter.

„Die Ehre war auf meiner Seite,“ sagte Aeryn Sun. „John hat so oft von dir gesprochen, dass ich das Gefühl habe dich längst zu kennen.“

Er sah zu John, aber es gab nichts mehr zu sagen. Oder besser gesagt, gab es tausende Dinge zu sagen und keine Zeit mehr auch nur eines davon auszusprechen.

„Wünscht mir Glück,“ sagte John als letztes.

„Viel Glück, Sohn,“ antwortete Jack Crichton.

John nahm die Schnur der Metallkiste, die nun die Erdnussbutter enthielt, die DK ihm mitgebracht hatte, und ebenso die Geschenke von der Stationscrew. Dann öffnete er die Schleusentür und Aeryn Sun ging in die Luftschleuse, eine Hand auf ihrer Impulspistole.

John sah sie eintreten und drehte sich dann um, um noch einmal seinen Vater anzusehen.

„Auf Wiedersehen,“ sagte er und biss sich dann auf die Lippen wie um zurückzuhalten, was auch immer er noch sagen wollte.

Dann drehte sich John um und betrat die Luftschleuse.

Jack Crichton fühlte sein Herz in den Magen rutschen, während er zusah wie ihn sein Sohn erneut verließ und wusste, dass er ihn niemals wieder sehen würde. Er wollte nach ihm greifen, um ihn zurück zu rufen. Stattdessen sah er stumm zu, wie Aeryn und John ihre Helme aufsetzten und dann die leuchtenden Melder an ihren Handgelenken überprüften. Dann drehte er sich zu DK um.

„Lasst mich das machen,“ sagte er und griff nach der Schleusentür. Er schlug sie zu und DK drehte den Hebel, bis der Mechanismus des Schlosses einrastete. Es gab ein leichtes Zischen als sich die Siegel schlossen, und einen Moment später ertönte das Geräusch der äußeren Tür, die geöffnet wurde.

„Gehen wir ins Kommandomodul.“ Schlug DK vor.

Jack Crichton schüttelte sich aus seiner Erstarrung. „Okay.“ Sagte er.

Er folgte DK dorthin, und fand Colonel Blackwell und das Kontaktteam um die Monitore versammelt vor. Sie machten für ihn und DK platz, während sie das Bild von Aeryn Sun und John beobachteten, die sich zum Farscape-Raumfahrzeug hinüber bewegten.

„Keine Düsen,“ sagte DK. „Ich frage mich, was sie für den Antrieb benutzen.“

Jack Crichton starrte ihn an und fragte sich wie DK in so einem Moment an solche Dinge denken konnte.

Es dauerte nur Minuten bis John und Aeryn Sun die Farscape erreicht hatten und an Bord gingen.

„Friendship Station, hier ist Farscape Eins,“ knatterte Johns Stimme über das Funkgerät. „Danke für die Gastfreundschaft und übermitteln sie meine besten Wünsche an die IASA.“

„Werden wir machen. God speed John Crichton,” sagte Colonel Blackwell. Sie wiederholte die Segnung, die die NASA John Glenn gegeben hatte, als er dabei war, der erste Amerikaner im Weltall zu werden.

Es war ein angemessener Segen für den ersten Menschen, der sich in eine andere Galaxie wagte.

„Danke, genießt die Show,“ sagte John.

Das Farscape-Raumfahrzeug setzte sich in Bewegung, zuerst langsam, dann begann es zu beschleunigen. In Sekunden verschwand es ausser Kamerareichweite.

„Umschaltung auf Radar Anzeigekarte,“ sagte Alexei Kirillov. „Radar auf Schirm eins, und Farscape Videoübertragung auf Schirm sieben“

Der Hauptschirm blinkte und schaltete dann auf ein computergeneriertes Bild um, welches die Erde und die ungefähre Position und Geschwindigkeit der Farscape zeigte. Der zweite Schirm zeigte Bilder, die von einer Kamera kamen, die auf der Spitze der Farscape saß.

Jack Crichton sah wie das Raumschiff eine komplette orbitale Umrundung in Rekordzeit vollzog, und dabei die ganze Zeit weiter beschleunigte. Dann tauchte es in die Atmosphäre ein.

Es gab einen Blitz aus blauem Licht und dann wurden die Monitore leer.

„Wir haben ihn verloren,“ sagte Alexei Kirillov. Es klang wie ein unheimliches Echo des ersten Farscapetests.

„Nein. Wir haben ihn nicht verloren,“ sagte Jack Crichton. Dieses mal wusste er es besser. „Er ist fort, aber er ist nicht verloren.“

Zum zweiten Mal war John durch ein Wurmloch gereist, in eine ferne Galaxie, dieses mal durch seine eigene Entscheidung, um zu dem neuen Leben zurückzukehren, das er sich dort geschaffen hatte. Und ein Teil von Jack Crichton würde immer bei seinem Sohn sein, an diesem fernen Ort.

ENDE