"Among my people you...you conform. You don't do the things I...I did. "
- Chiana (Durka Returns)

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Chiana

Alle Rechte von Farscape liegen natürlich bei Rockne S. O'Bannon, Jim Henson Corp., Hallmark Entertainment, The SciFi Channel.


Story: Myra

jettatori@gmx.net



1. Season, kurz nach Folge 15

"Chiana! Lass! Das!" John Crichton, der einzige Mensch auf dem halborganischen Raumschiff Moya versuchte vergeblich, sich aus der festen Umarmung der weißhäutigen Nebari zu befreien. "Ich muss wissen, ob Moya eine Möglichkeit entdeckt hat."

Aber sie ließ ihn nicht los. Mit schlangenhaften Bewegungen schmiegte sich Chiana von hinten an seinen Rücken. "Du willst doch auch nichts anderes als ich", flüsterte sie mit ihrer heiseren Stimme in sein Ohr und er fühlte, wie sich seine Nackenhaare aufstellten.

"Chiana! Die bringen dich doch sofort wieder in die Strafkolonie zurück, wenn du wirklich auf deinen Heimatplaneten zurückkehrst. " John ergriff ihren schlanken Arm und löste ihn von seinem Hals, aber sie fuhr mit ihrer anderen Hand weiter über seine dunkle, lederne Jacke. Resigniert seufzte er auf und ließ sie gewähren. "Chiana, sag mir einfach, was du von mir willst und wir reden darüber, okay?"

"Du willst auf diesen Planeten von dir zurück, richtig?"

"Stimmt."

"Und ich will bei der nächsten Gelegenheit von diesem Raumschiff runter. Ich ertrage es einfach nicht gefangen zu sein."

"Du bist doch endlich frei und kannst tun und lassen, was du willst. In einem gewissen Rahmen natürlich."

"Das reicht mir nicht. Und du bist der einzige, dem ich hier traue."

John bekam langsam ein mulmiges Gefühl. Zwei der ständig wie kleine Ameisen hin- und herwuselnden gelben Hilfsroboter liefen gerade über den erdfarbenen Schiffsboden. Er könnte die DRD`s benutzen um sich bei Pilot zu melden, aber im selben Moment kam ihm diese Idee absolut lächerlich vor. Chiana war doch eigentlich nur ein kleines, schmächtiges Mädchen mit dem er mit Leichtigkeit fertig werden müsste.

"Wo sind eigentlich Zhaan, D`Argo und Aeryn?" versuchte er sie abzulenken.

"Aeryn nennst du sie? Und nicht Officer Sun? Du hast ein kurzes Gedächtnis für deine Peiniger, wie mir scheint."

"Chiana, zum letzten mal. Was willst du von mir?" John verlor langsam die Geduld. Er wollte so schnell wie möglich die Kontrollen seines Raumschiffs hochfahren und dann mit Moyas Hilfe den Kurs zur Erde berechnen. Das gerade entdeckte Wurmloch war vielleicht die letzte Chance für ihn.

"Hilf mir von Moya runter zukommen", forderte sie ihn mit einer verführerischen Kleinmädchenstimme auf und er spürte wieder ihre Körperwärme auf seinen Schultern.

Ihre Hände schienen überall gleichzeitig zu sein. Hatte er ihre Finger von seiner Brust entfernt glitten sie schon über seine Oberschenkel. John war dafür empfänglich, aber er kannte Chiana schon gut genug um zu wissen, dass sie das nur tat, um ihn zu irgendetwas zu überreden. Die Crew der Moya hatte sie befreit und dafür sollte sie eigentlich dankbar sein. Aber sie war eine verurteilte Kriminelle, nach menschlichen Maßstäben vielleicht nur eine aufsässige Rebellin. Aber diese Nebari hatten die Fähigkeit der Gehirnwäsche mit der sie jeglichen Ungehorsam in ihrem Volk unterdrückten, hatte jedenfalls Rygel behauptete. Und dann noch hinzugefügt, dass sie diese Fähigkeit auch auf andere Rassen anwenden konnten.

John beschloss erst einmal auf die zentrale Brücke zurückzukehren. Chiana erschien ihm trotz ihrer zarten Gestalt zunehmend bedrohlicher und er wollte sie sicherheitshalber aus dem Hangar weglocken.

"Komm mit mir zu Pilot und wir fragen ihn, wohin du am besten gehen könntest", versuchte er sie zu überreden. Langsam erhob er sich aus dem Pilotensitz seines in dieser Umgebung seltsam deplazierten irdischen Raumschiffs und Chiana schien ihm auch ohne weiteren Einspruch folgen zu wollen. John erlaubte sich einen erleichterten Seufzer. Sobald er Chiana in der Obhut der anderen Crewmitgliedern abgeliefert hatte, würde er sich wieder in Ruhe auf seine Heimreise konzentrieren können.

"Nein!"

Die junge Nebari mit der monochromen Hautfarbe war mitten in dem von organischen und bronzefarbigen Wülsten zusammengehaltenen großen Hohlraum stehen geblieben und ihre Stimme hatte in dem halbrunden, dämmrigen Saal unnatürlich laut geklungen. John drehte sich sofort zu ihr um, aber ohne dass er noch etwas dagegen tun konnte, legte sie plötzlich ihre Finger wieder fest um seinen Hals. Sie wirkte viel kräftiger als noch vor ein paar Minuten und ihm schien es, als wenn im selben Moment ein leichter Nebel wie bei einem feinen Nieselregen in der höhlenartigen Umgebung niederging. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Verärgert versuchte er sich sofort mit beiden Händen an ihren Handgelenken von ihrem Griff zu befreien und sie ließ es zu seinem Erstaunen auch widerstandslos zu. Er wollte sie schon wütend anfahren, aber er fühlte sich wie gelähmt. Ihr neugieriger Augenausdruck wirkte auf ihn, als wenn sie seine Reaktion hatte testen wollte. Die Nebari begann ihn zu ängstigen.

"Hey, John. Ich bin es, Chi. Du weißt doch, dass ich dir nie etwas antun könnte", flüsterte sie samtweich, aber John konnte ihre leise, samtweiche Stimme kaum verstehen.

Sie legte ihren Kopf auf charakteristische Art schräg auf ihre rechte, angezogene Schulter. "Du hast mir geholfen." Ein verschämtes Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie schaute von unten in sein Gesicht hoch. "Jetzt bitte ich dich nur noch um einen weiteren, winzig kleinen Gefallen. Ich muss mir für eine kurze Zeit dein Schiff ausleihen. Mehr nicht." Ihre geschmeidigen Beine und Arme wirkten wie bei einer elastische Puppe, die zu den ungewöhnlichsten Bewegungen in der Lage war.

John erschien ihre Forderung im ersten Moment vollkommen logisch, aber irgendetwas stimmte nicht. Irritiert drehte er sich um und versucht eine Veränderung in dem Raum zu erkennen. Aber die Wände Moyas strahlten immer noch das gleiche warme, organische Pulsieren aus. Alles schien wie immer.

"Chiana, ich kann dir nicht..." antwortete er mit aller Kraft um irgendwie Zeit zum Nachdenken zu finden, aber sein Kopf kam ihm wie leergeräumt vor. "mein Schiff..."

"Tsch-Tsch", flüsterte Chiana. "Ganz ruhig." Mit einer Bewegung schnellte ihr Kopf auf die andere Seite ihrer Schulter und sie strahlte ihn verführerisch an. Dann fasste sie mit einer plötzlichen Bewegung unter seine Lederweste und mit einer geschmeidigen Bewegung glitten ihr weißen Finger durch die Schlaufen seiner glatten Jacke und öffneten die vorderen Verschlüsse. Erschrocken keuchte er auf. "Was zum Teufel..."

Aber ihre Berührung war zärtlich und er konnte sich nicht entschließen zurückzuweichen. Wie angewachsen blieb er stehen und ließ es sich gefallen, dass sie immer wieder mit ihrer kleinen Hand über seiner Brust kreiste. John fühlte, wie ihn das wider Willen erregte.

"Chiana, was tust du da..."

"Das möchtest du doch jetzt auch. Denk nicht weiter darüber nach."

Dann schob sie ihren weißen Arm unter sein dunkles Shirt und fuhr die menschliche Haut hoch. John erzitterte als kühle Finger eine seiner erregierten Brustwarzen umfassten und gefühlvoll damit spielten. Ihre kleine, schlanke Gestalt schmiegte sich näher an ihn heran und ihre hell geschminkten Lippen spitzten sich um ihn zu küssen. Mit ihrer anderen Hand umfasste sie seinen Nacken und versuchte ihn zu sich herunter zuziehen. John wollte sich wehren, aber sie schien ein schweres, sinnliches Parfüm zu verströmen, dem er sich nicht entziehen konnte. Ohne weiter nachzudenken bückte er sich und umfasste sie mit seinen starken Armen.

"Wie lautet der Code?", fragte Chiana mit leicht geöffnetem Mund.

"Welcher Code?" fragte John etwas verwirrt von der unerwarteten Unterbrechung. Sie jetzt zu küssen, musste der Himmel auf Erden sein.

"Der Startcode von deinem Schiff natürlich. Du kannst es mir ruhig anvertrauen."

Chiana näherte ihren Mund und John konnte ihre kleine rosa Zunge sehen, die ihre Lippen befeuchtete. Chianas hübsches Gesicht und ihr weißes, mit dunklen Strähnen akzentuiertes Haar erschienen ihm unwiderstehlich und er hätte es zu gerne berührt. Er hatte schon viel zu lange keine Frau mehr gehabt und er fühlte sich von ihrer sinnlichen Art in den Bann gezogen.

"Das weiß ich doch. Der Code lautet F43 A90 R und...und... ich weiß nicht mehr weiter. Ist das denn so wichtig?", fragte er unkonzentriert. Ihre Körperwärme machte ihm zu schaffen. Er wollte sie nackt auf seiner Haut spüren und nicht weiter darüber nachdenken, genauso wie sie es noch vor wenigen Minuten selber gesagt hatte. Deshalb waren sie doch jetzt hier. Er legte seinen Kopf auf ihre Schulter und küsste ihre auffällig weiße Schulter. Außer ein paar DRDs, die auf dem Boden hin- und herliefen, schienen sie ganz ungestört zu sein.

Chiana runzelte kurz die Stirn, aber sie hatte in ihrem Leben schon bereits weitaus schwierigere Situationen gemeistert. Und John war ein Mann, der ihr schon rein äußerlich sehr gut gefiel. Also gab es keinen Grund ärgerlich zu werden. Sie strich durch sein kurzes, schwarzes Haar und lächelte ihn unschuldig an.

"Chi möchte es nur gerne wissen. Das ist alles. Das verstehst du doch, John, oder?"

"Kein Problem. Es fällt mir sicher gleich wieder ein", antwortete er leichthin. Mit seiner Zunge fuhr er ihren Schulterknochen entlang und löste bei Chiana einen wohligen Schauer aus. "Oh, du bist so schön.", flüsterte er heiser und suchte ihren Mund. Die Situation ließ in seinem Körper die Nervenbahnen verrückt spielen. Sein ganzes Sehen konzentrierte sich auf seinen Unterleib und Chiana erschien ihm als die begehrenswerteste Frau des ganzen Universums. Er dachte nur noch daran gleich ihren schlanken Körper besitzen zu können. In der Nähe gab es eine der vielen runden Verstrebungen und John hob sie mit Leichtigkeit auf und stellte sie dort wieder auf die Füße.

Angelehnt an die weichen organischen Bögen ließ Chiana es sich gefallen, dass er versuchte ihre kurze Leibweste zu öffnen. Sie hätte nicht vermutet, dass der Mensch so leidenschaftlich sein konnte und sie bedauerte fast, ihn auf diese Art zu hintergehen. Aber sie wusste nicht, wie sie anders an die lebensnotwendigen Informationen kommen sollte. John wollte sich bücken und ihre kleinen Brüste küssen, aber das wollte sie nicht mehr zulassen. Sie musste unbedingt die Kontrolle behalten. Entschlossen zog sie ihn mit sich auf den Boden und setzte sich dann breitbeinig auf seinen Unterleib Als sie zwischen ihren Beinen seine eindeutigen Bewegungen spürte, rieb sie sich unwillkürlich auf dem harten, ausgebeulten Leder seiner Hose. Ganz unerwünscht spürte sie Wellen der Erregung in sich hochsteigen und das Brennen in ihrem Schritt ließ sie aufstöhnen. Mit beiden Händen an Johns Jacke festgekrallt warf sie ihren Oberkörper weit nach hinten.

"Chiana komm, liebe mich. Du willst es doch auch", flüsterte John ihr rau zu. Er drückte seinen Unterleib noch fester gegen ihre gespreizten Beine und versuchte sie dann mit seinen Armen näher an sich heranzuziehen. Er wollte sie am liebsten gleichzeitig küssen, umarmen und ganz tief in sie eindringen. "Oh, bitte Chiana."

"John. Wie lautet der Code? Ich muss das wissen." Chiana schwankte und zitterte am ganzen Leib. Auch sie fühlte sich plötzlich unerklärlich stark von diesem Menschen angezogen. Aber sie musste eine Entscheidung treffen.

"Chiana, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß es einfach nicht mehr .. Komm, ich will dich. Jetzt!"

Seine halbgeschlossenen, ausdrucksvollen Augen und seine sinnliche Lippen, die auch seinen Sinn für diese immer so seltsamen, ironischen Bemerkungen verrieten, wirkten auf Chiana beinahe unwiderstehlich, Für einen Moment dachte sie daran, John zu ihrem Lebenspartner zu machen. Aber sie hatte ihre eigene Mission zu erfüllen. Entschlossen umfasste sie erneut seinen Hals und verstärkte ihren geistigen Einfluss. John musste ihr unbedingt sofort den Code geben, sonst würde sie niemals Moya verlassen können. Auch wenn das bedeutete, dass sie ihn damit vielleicht tötete.

"John, sag mir jetzt den Code!"

Aber die Nebari hatte aus Unachtsamkeit zuviel Druck ausgeübt. Er fiel in eine tiefe Ohnmacht. Wütend schüttelte sie ihn und hatte dabei ganz überhört, dass inzwischen jemand anderer den Raum betreten hatte.


"John? Wo bist du? Moya hat etwas entdeckt. Das könnte die Möglichkeit für dich sein wieder in deine Heimat zurückzukehren. Die DRDs haben gesagt, dass du hier bist", rief

Aeryn in den Raum und blieb wie angewurzelt stehen, als sie plötzlich die beiden ineinander verschlungen Körper auf dem Boden sah. Ihre Hand krallte sich unbewusst sofort um ihre ständig präsente Waffe.

"Verdammt noch mal! Du Mistkerl! Ich habe wirklich gedacht, dass du anders bist", fluchte sie leise, aber keiner der Beiden schien Notiz von ihr zu nehmen. Langsam holte sie ihre Waffe aus dem Holster und warf dabei ihre schwarze Mähne zurück. Mit dem Sucher nahm sie Maß und zielte zuerst auf Chianas Rücken. Aber das Ziel ließ sie kühl. Das war nur ein kleines, seltsames Mädchen. Nicht ernst zu nehmen. Langsam wanderte sie mit dem Sucher auf Johns blasse Stirn. Das rote Laserlicht bohrte sich durch seine Haut. Eine irrsinnige Wut schoss ihr durch die Adern. Seine geschlossenen Wimpern warfen tiefe Schatten auf das kantige, männliche Gesicht. Ihr Finger fingen an zu zittern und sie wollte nicht aus unüberlegter Wut einen Schuss abgeben, nur weil sie ihre Gefühle nicht unter Kontrolle hatte. Sie war immerhin ein Peacekeeperin und sie zwang sich die Waffe wieder zu senken und zurückzustecken. Abrupt wandte sie sich ab und wischte sich die schweißnasse Hand an ihrer schwarzen Lederhose ab. Diesem Menschen zu vertrauen war ein Fehler gewesen, der ihr so schnell nicht wieder passieren würde.

Als Aeryn schon längst wieder in den Eingeweiden Moyas verschwunden war, öffnete John mit übermenschlicher Anstrengung seine Augen und versuchte verzweifelt aus dem Alptraum zu erwachen. Aber es kostete ihn seine ganze Kraft. Allein auf dem harten Boden Moyas liegend, fühlte er sich nur noch zerschlagen, missbraucht und unendlich einsam in diesem feindlichen Universum,.

"Aeryn, hilf mir. Bitte", flehte er verzweifelt, aber es kam kein einziges Wort über seine Lippen.